Hautallergien – Hilft ökologische Kleidung bei Textilallergie?

Wenn es brennt und juckt und die Haut plötzlich Verfärbungen aufweist ist, sind dies deutliche Anzeichen für eine allergische Reaktion. Nun gilt es herauszufinden, was die Ursache dafür sein kann. Nicht selten ist es eine Unverträglichkeit der Haut mit dem Material, welches sie umgibt. Denn unsere Kleidung mag zwar immer modisch und trendig sein, aber nicht unbedingt einwandfrei in der Herstellung oder – so schön das Kleidungsstück auch an uns aussehen mag – gut und verträglich für unsere Haut ist es häufig nicht.

Empfindliche Haut und Wollfaser

Biologische tzextilien bei Hautallergie
Textilien können Auslöser von allergischen Reaktionen sein

Eine richtige Textilallergie ist allerdings äußerst selten. Nur ein bis zwei Prozent all dieser Reaktionen der Haut werden wirklich durch die verwendeten Textilien hervorgerufen. Von diesen Fällen ist es dabei meistens die Wolle, die eine allergische Reaktion hervorruft. Dies kann aber auch von den rauen Fasern der Wolle herrühren, die die Haut reizen. Auch wenn man zum Schwitzen neigt oder mit einer an sich empfindlichen Haut zu kämpfen hat, ist das oft für eine übersensitive Reaktion der Haut verantwortlich.

Chemische Stoffe in der Kleidung

In den meisten Fällen sind die wahren Übeltäter allerdings die chemischen Stoffe, die für die Verarbeitung unserer Kleidung zum Einsatz kommen. Wo in früheren Zeiten nur einfach gewebtes Leinen, das, wenn überhaupt, nur mit Mitteln aus der unmittelbaren Natur eingefärbt wurde, mit einer deutlich widerstandsfähigeren Haut als der des modernen Menschen auf Tuchfühlung kam, werden die Textilien heutzutage immer mehr chemisch behandelt, wie auch der Bayrische Rundfunk berichtet.

Es wird gefärbt, weich gemacht und imprägniert, was das Zeug hält – beziehungsweise was die moderne chemische Industrie hergibt. Hinzu kommt, dass wir mit einer immer sensibleren Haut zu kämpfen haben, da wir in fast sterilen Verhältnissen leben. Unsere Haut ist keinen ‚Dreck‘ mehr gewohnt und Seifen und Cremes pflegen sie mittlerweile eher kaputt, als dass sie der Haut helfen. So mögen wir zwar äußerlich fast klinisch rein sein, sind dafür aber auch wesentlich empfindlicher und reagieren mehr auf Stoffe, die irgendwie an unsere Haut gelangen.

Kunstfasern und Farbstoffe

Bei den allergischen Reaktionen der Haut, die von Textilien stammen, spricht man von so genannten allergischen Kontaktekzemen. Dabei werden die allergieauslösenden Stoffe über die Haut in den Körper aufgenommen. Wie gesagt zeigt die Haut in den meisten Fällen eine allergische Reaktion auf einen der vielen chemischen Stoffe, mit denen das Textil zuvor behandelt wurde. Dabei haben die Farbstoffe das mit Abstand größte allergene Potential. Insbesondere die Dispersionsfarbstoffe stehen im Verdacht. Zudem werden diese meistens auch noch in Verbindung mit synthetischen Textilfasern verarbeitet.

Unterm Mikroskop betrachtet sind diese Kunstfasern an der Oberfläche so glatt, dass der Farbstoff gar nicht mehr in die Faser eindringen kann, sondern nur noch als Farbschicht darauf liegt. Damit die Farbe überhaupt hält, wird noch eine Art Klebstoff hinzugesetzt. Mit der Zeit – im Besonderen, wenn die Haut darunter schwitzt – lösen sich die Farb- und Klebstoffe und gelangen in den Körper.

Der Verbraucher muss Hinweise entschlüsseln

Dass dies nicht gesund sein kann, liegt auf der Hand. Seltsamerweise hat der Hersteller von Kleidung nach dem Textilkennzeichnungsgesetz zwar Angaben zu der verwendeten Textilfaser zu machen, nicht aber zu den zahlreichen chemischen Stoffen, die er dieser bei der Produktion noch zusetzt. So muss der Verbraucher die Einzelheiten halbwegs selbst entschlüsseln – soweit das überhaupt möglich ist. So sind gängige Kunstfasern wie Polyamid und Polyacryl auf jeden Fall zu meiden, da auf ihnen kein Farbstoff halten kann.

Auch die Angaben zu Verbraucherhinweisen an den Kleidungstücken sind eigentlich versteckte Hinweise auf ‚böse‘ Chemie in der Textilfaser – auch wenn diese von den Herstellern als Augenwischerei gedacht sind. So sind Angaben wie ‚knitterfrei‘, ‚bügelfrei‘, ‚pflegeleicht‘ oder ‚hochveredelt‘ immer auch deutliche Hinweise auf die Verwendung von Hochchemie bei der Textilverarbeitung – denn irgendwie müssen diese Eigenschaften ja zustande kommen. Die Faser selber hat sie nämlich nicht. Mehr dazu auch diesem Beitrag auf Utopia.de.

Das Bio-Prädikat hält Einzug in die Modewelt

Eigentlich hat man als Mensch mit sensibler Haut, die zu allergischen Reaktionen neigt, nur zwei Möglichkeiten. Entweder man greift zu ‚des Königs neuen Kleidern‘ – also bleibt am besten nackt – oder wechselt seine Garderobe und benutzt ökologische Kleidung. Diese Bezeichnung hat immer noch einen leicht faden Beigeschmack, denn bei ökologischer Kleidung denken viele immer noch an selbstgestrickte Pullover aus kratziger Wolle und schlecht sitzenden Blusen und Hemden aus grober Hanffaser mit dem Charme einer Raufasertapete. Aber dem ist in den Zeiten des rasanten Anstiegs ökologischen Bewusstseins schon längst nicht mehr so.

Längst haben selbst die Hersteller der Mode den Trend erkannt und übernommen, denn die breite Masse erwartet dies von ihnen. Selbst globale Hersteller bieten nun auch Mode an, denen man nicht auf den ersten Blick ansieht, dass sie ökologisch produziert wurde. Online boomt das Geschäft um biologische Fasern. Hier lohnt es sich allerdings wie überall, zu vergleichen. Aktuell lohnt auf jeden Fall ein Blick in das Sortiment von Hessnatur. Hier gibt es eine Fülle an ökologischer Kleidung und mit dem aktuellen Gutscheincode für den Online-Shop Hessnatur kann man auch noch deutlich sparen.

Der Verdacht des Etikettenschwindels

Hier wird bei der Produktion natürlich auf chemische Stoffe verzichtet und es werden Farbstoffe aus der Natur verwendet – Indigo, Krapp und Resede zu Beispiel. Und auch das so genannte ‚organic cotton‘ – also Bio-Baumwolle – erfreut sich immer größerer Beliebtheit bei Herstellern und Verbrauchern. Hier wird auch beim Anbau der Baumwolle auf Chemie wie Pflanzenschutzmittel zur Gänze verzichtet und es kommen nur natürliche Mittel zum Einsatz.

Allerdings gibt es im Gegensatz zur Bio-Lebensmittelindustrie bei der Bio-Kleidung keine einheitliche Kennzeichnung. Im Prinzip kann jeder Hersteller seine Kleidungsstücke ‚Bio‘ nennen – für den Verbraucher ist das wegen der langen, globalen Produktionswege kaum nachvollziehbar. Letztendlich bleibt dem Verbraucher leider nur die Möglichkeit, sich zu informieren und die Bereitschaft, für seine ‚bessere‘ Kleidung auch mehr zu bezahlen.

Vorsicht beim Waschmittel

Und auch die Wahl des Waschmittels ist wiederum von Bedeutung, denn auch im Waschmittel finden sich die unterschiedlichsten chemischen Stoffe, die mit der Wäsche in und auf die Textilfasern gelangen und so allergische Reaktionen hervorrufen können. Diese von den zugesetzten Duft- und Konservierungsstoffen oder Weichmachern verursachten allergischen Reaktionen sind zwar bedeutend seltener als die Reaktion auf die Farbstoffe in der Faser, können aber dennoch der Auslöser der Allergie sein. Hier muss man auf die Angaben, die manche Hersteller machen, achten. Diese versprechen im besten Fall, dass das Waschmittel zuvor dermatologisch getestet wurde und somit für Menschen mit empfindlicher Haut geeignet ist.

Fazit

Wer mit allergischen Reaktionen aufgrund von Textilien zu kämpfen hat, betritt ein weites Feld. Man muss sich informieren und vielleicht auch ein wenig mit verschiedenen Materialien und Herstellern experimentieren. Aber es ist durchaus gut möglich den allergischen Reaktion relativ schnell zu entkommen. Nicht alle Hersteller sind Scharlatane und es gibt mittlerweile genug ökologische Kleidung, die einer empfindlichen Haut zuträglich ist.

Und für’s Erste kann man die Symptome der Allergie mit reinen, natürlichen Mitteln eindämmen. Ein lauwarmes Bad mit Lavendelöl oder regelmäßige Waschungen der betroffenen Stellen mit kaltem Kamillentee helfen enorm. Vor allem gegen den Juckreiz. Dann hat man auch den Kopf wieder frei für die Planung einer langfristigen Strategie gegen die Textilallergie.

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