Johanniskraut

Johanniskraut, oder auch „Hypericum perforatum“ genannt, ist eine Heilpflanze mit einer nahezu wunderheilenden Wirkung. Die Heilwirkung der Pflanze ist breit gefächert und kann daher bei einer Vielzahl von Beschwerden verwendet werden. Die Anwendung ist innerlich und äußerlich möglich. Eine besondere Hilfe ist das Johanniskraut bei Stress und Depressionen, da sich eine Entspannung einstellt.

Man verwendet das blühende Kraut der Pflanze das man in den Monaten Juli/August ernten sollte. Die Beschwerden, die man mit dem Kraut behandeln kann, sind so vielfältig, dass es sich lohnt die Anwendungsgebiete weiter unten zu studieren. Man sollte die Naturmedizin nicht unterschätzen. Die meisten Heilpflanzen sind auch bei langfristiger Anwendung gut verträglich.

Man sollte trotzdem die Anwendung nur nach vorheriger Information über die Inhaltstoffe und die Verträglichkeit einnehmen. Bei dem Johanniskraut handelt sich um eine gut verträgliche Heilpflanze die schmerzstillend, blutstillend, wundheilend, pilzhemmend, verdauungsfördernd und entkrampfend wirkt.

Allgemeines

Johanniskraut Heilmittel selber herstellen
So vielseitig wie kaum eine andere Heilpflanze

Gattung

Hartheugewächs (Hypericaceae)

Weitere Namen

Wundblümchen, Wundheilkraut,  Nervenkraut, Johannisblut, gelber Karfunkel, Magenblume, Tüpfelhartheu

Merkmale

Die Äste der Büsche sind hart und verzweigen sich. Der Busch wird etwa 1 Meter hoch. Die kleinen Tupfen auf den Blüten und Blättern sind die Öldrüsen der Pflanze. Die gelben Blüten haben 5 Blätter die wie Sterne angeordnet sind. Die Äste sind holzig wie Stroh. Beim reiben der Blätter und Blüten wird ein zähe Flüssigkeit aus den Tupfen abgesondert, die das ätherische Öl enthält. Wenn man sie auf die Haut reibt verfärbt sie sich rot.

Vorkommen

Johanniskraut findet man in ganz Europa und Asien. In Deutschland wächst sie an Waldrändern, Waldlichtungen, Wiesenrändern und Wegrändern. Es liebt einen sandigen trockenen Boden. Die Pflanze ist winterfest und blüht jedes Jahr wieder. Es gibt inzwischen Gartenbetriebe die sich speziell auf die Zucht von Heilkräutern spezialisiert haben. Man kann es aber auch selbst im Garten anpflanzen, wenn es abgeblüht ist, wird die Pflanze herunter geschnitten.

Geschichte

Schon Paracelsus vor 500 Jahren schrieb der Pflanze göttliche Kräfte zu. Er hatte die Heilwirkung bei blutenden Wunden, bei Halluzinationen, Pilzbefall und Wurmbefall entdeckt. Seit Jahrhunderten wurde sie bei den unterschiedlichsten Beschwerden verwendet und Wissenschaftler haben die Heilwirkstoffe in der Pflanze bestätigt.

In einigen Regionen herrschte der Aberglaube, wenn bei einem Fest Kränze aus dem Johanniskraut geflochten werden und man sie auf die Dächer wirft, dass das Feuer fern gehalten wird. Durch die moderne Medizin sind viele Erkenntnisse, die man schon seit Jahrhunderten hatte, verloren gegangen. Heute besinnt man sich wieder darauf. Die Heilpflanzen, deren Wirkung und Inhaltstoffe werden inzwischen vermehr wissenschaftlich untersucht.

Praxis

Anwendungsgebiete

  • Gefäßverletzungen
  • Blutende Wunden
  • Pilzbefall
  • Wurmbefall
  • Verkrampfungen
  • Magenbeschwerden
  • Stuhlverstopfung
  • Menstruationsbeschwerden
  • Sonnenbrand
  • Muskelschmerzen
  • Leichte Verbrennungen
  • Geschwüre
  • Neuralgie
  • Warzen
  • Depressionen
  • Beruhigung

Anwendung

Johanniskrauttee

Für einen Tee nimmt man 1 Teelöffel getrocknete Blüten für eine Tasse. Eine Tasse am Morgen und am Abend beruhigt die Nerven und verhilft zu einem ruhigen Schlaf. Der Tee kann auch mit anderen Kräutern gemischt werden wie zum Beispiel mit Melisse, Mistel und Weißdorn die ebenfalls eine beruhigende Wirkung haben.

Johanniskrautsalbe

Man kann 100ml Johanniskrautöl mit flüssigem Bienenwachs mischen und die Salbe in einem kleinen Behälter aufbewahren. Sie ist dann 6 Monate haltbar und kann auf verschiedene Hautverletzungen aufgetragen werden, da sie entzündungshemmend und entspannend ist.

Fettöl

Das durch reiben der Blätter und Blüten freigesetzt Öl der Pflanze mit Olivenöl vermischen und einige Stunden ziehen lassen. Für einen angenehmen Duft sorgt Lavendelöl, welches man ebenfalls beimischen kann. Man kann das gewonnene Öl in einem kleinen Behälter aus Glas aufbewahren und als Einreibung auf Wunden und Muskelpartien benutzen.

Das Fettöl kann noch mit reinem Alkohol gemischt werden und auf verspannte Stellen von Kopf bis Fuß aufgetragen werden. Man sollte aber nach dem Auftragen nicht in die Sonne gehen, da die Haut lichtempfindlicher ist und es zu Hautverfärbungen kommen kann.

Das Öl kann auch als Zahnöl eingesetzt werden, um das „Zahnen“ von Kleinkindern zu unterstützen. Hier sind noch weitere Inhaltsstoffe enthalten, wie Kamille und Lavendel. Empfehlenswert ist hier beispielsweise das Zahnöl von Aber-natuerlich.de.

Tinktur

Wenn man die Blüten der Pflanze mehrere Wochen mit einem Schnaps ansetzt, kann man die Tinktur zum einreiben verwenden. Das Wohlbefinden erhält man auch, wenn man zur Nervenberuhigung ab und zu ein Schnapsgläschen trinkt.

Wirkstoffe

  • ätherische Öle
  • Hypericin
  • Bitterstoffe
  • Flavinoide
  • Gerbstoff
  • Harz

Wirkung

Die Heilwirkung ist vielseitig. So wirkt sie bei innerlichen Anwendung verdauungsfördernd, beruhigend, belebend und krampflösend. Die beruhigende Wirkung hilft vor allem bei Stress, Nervosität und Konzentrationsstörungen. Man spürt die Entspannung und fühlt sich wohler. Oft wird es deshalb in der Medizin auch als Zusatzwirkstoff von Antidepressiva eingesetzt, wie man in diesem Artikel nachlesen kann. Bei äußerlicher Anwendung wirkt sie schmerzstillend, wundheilend, blutstillend, pilzhemmend und antibakteriell. Man muss darauf achten, dass man während der Behandlung die Haut nicht der Sonne aussetzt.

Sicherheitshinweise

  • Eingeriebene Haut kann sich in der Sonne verfärben
  • Nicht pur einnehmen

Johanniskraut kaufen

In Drogerien, Reformhäusern und Apotheken werden viele Naturheilmittel angeboten. Beim Kauf muss man auf die Mischung und die Dosierung achten, daher sollte man den Beipackzettel lesen. In Deutschland wächst Johanniskraut wild und man kann die Blätter und Blüten im Juli und August ernten und getrocknet aufbewahren.

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