Maca Pulver als Potenzmittel – Wirkung, Anwendung & Forschung

Die gesunde Knolle aus Südamerika wird hierzulande in Form von Maca Pulver angeboten und hat recht schnell an Bekanntheit gewonnen. Maca kommt dabei in drei verschiedenen Varianten vor, je nachdem wie die Wurzel verarbeitet wurde.

Dabei scheint es von der Zusammensetzung Unterschiede zu geben, denn das gelbe und schwarze Maca regte die Spermienproduktion bei Menschen an und verbesserte im Tiermodell die Gehirnleistung, während nur das rote Maca einer Hyperplasie der Prostata entgegenwirkte. Ein Großteil der Studien liegt jedoch nur im Tiermodell vor. Diese wollen wir uns näher anschauen.

Maca zur Steigerung der Potenz?

Maca Pulver Potenz
Neueste Studien bestätigen die Wirksamkeit

Im Meer von nutzlosen und hochgelobten pflanzlichen Potenzmitteln, die alle angeblich zu mehr Lust und Potenz verhelfen sollen, steht die Maca Wurzel zumindest mit einigen qualitativen, doppelblind placebokontrollierten klinischen Studien dar.

Ein solcher klinischer Versuch lief mit 45 Frauen, die an sexueller Dysfunktion durch Antidepressiva (selektive Serotonin-Wiederaufnahme-Hemmer) litten. Das Durchschnittsalter lag bei 41 Jahren. Die Hälfte der Teilnehmerinnen nahm 3 g Maca Pulver täglich für 12 Wochen ein. Die Frauen wurden am Ende der Studie mit Hilfe von zwei verschiedenen standardisierten Fragebögen befragt. Frauen, die mit Maca behandelt wurden, erfuhren auf beiden Skalen eine doppelt so hohe Besserung ihrer sexuellen Funktionen. Die stärkste Wirkung wurde bei jenen in der Postmenopause erzielt (Dording et al. 2015).

Die gleiche Forschergruppe untersuchte die Wirkung von zwei verschiedenen Maca Dosierungen (1,5 und 3 g) mit einer kleineren und etwas jüngeren Frauengruppe, die auch an SSRI-induzierter sexueller Unlust litt. Die geringere Dosierung erzielte dabei keine messbare Wirkung, während 3 g zu einer Besserung der Libido führte. Die Anzahl der behandelten Probanden war jedoch sehr gering und lässt somit nicht wirklich verlässliche Annahmen basierenden auf den vorliegenden Daten zu (Dording et al. 2008).

Die Maca Wirkung scheint zudem eine Weile zu brauchen, bis sie spürbar eintritt. Dies wurde in einer Untersuchung mit Männern festgestellt, die 1,5-3 g Maca über einen Zeitraum von 3 Monaten zu sich nahmen. Die messbare Steigerung der Potenz und Lust trat dabei erst nach über 4-8 Wochen deutlich ein. Nach einem Monat hatte nur ein Viertel der Männer auf die Behandlung angesprochen, nach 2 Monaten war es fast die Hälfte (Gonzales et al. 2002). Maca ist also keine Soforthilfe, noch eine Pille die kurz vor dem Geschlechtsverkehr eingenommen wird.

Auch wenn häufig behauptet: Maca Pulver steigert nicht die Testosteron Werte (Gonzales et al. 2002). Das erhöhte sexuelle Verlangen wird über einen noch nicht bekannten Weg stimuliert, geschieht jedoch nicht über die Veränderung der Hormone.

Maca bei Unfruchtbarkeit

Die Maca Wirkung auf die Spermatogenese wurde in einer Reihe von Tiermodellen getestet. Die meiste Forschung wurde mit schwarzem und gelbem Maca betrieben. Maca verbesserte in der Regel die Konzentration der Spermien, als auch die Qualität.

Die entsprechenden klinischen Versuche wurden leider, wie so häufig bei natürlichen Präparaten, mit einer geringen Teilnehmeranzahl und in der Regel ohne eine entsprechende Placebo Kontrolle durchgeführt. Daher können die darin erzielten Ergebnisse höchstens eine Richtung angeben, aber nicht verlässliche Informationen liefern.

In einer Studie mit nur 9 Teilnehmern, die zwischen 1,5 und 3 g Maca jeden Tag einnahmen, wurde nach mehreren Monaten eine positive Veränderung der Spermienwerte festgestellt. Die Konzentration der Spermien verbesserte sich um über 30 % und die Funktionalität, sprich die Menge der tatsächlich aktiven Spermien, stieg um das doppelte an (Gonzales et al. 2001).

So überragende Ergebnisse konnten in einer weiteren Studie nicht bestätigt werden, in dieser stieg selbst nach 3 Monaten die Spermienanzahl gar nicht an. Dafür verbesserte sich die Qualität, denn die Spermien wiesen eine höhere Beweglichkeit auf und das Erscheinungsbild entsprach mehr der gesunden Norm (Lee et al. 2016).

In allen Studien trat die fruchtbarkeitsstimulierende Wirkung nach 6 Wochen Einnahme ein. Insgesamt ist die Beweislage relativ dünn. Es ist daher zu erwarten, dass Maca eventuell eine leichte fruchtbarkeitsanregende Wirkung hat.

Maca bei vergrößerter Prostata

Rotes Maca Pulver wurde lediglich im Tiermodell bei einer sogenannten benignen Prostata Hyperplasie getestet. Bei dieser gutartigen Veränderung vergrößerte sich das Prostatavolumen durch das Einwirken von männlichen Hormonen. In der Regel wird im klinischen Alltag das Medikament Finasterid verschrieben, das die Umwandlung von Testosteron zu Dihydrotestosteron inhibiert. Dieses ist zwar wirkungsvoll, kann aber auch zu unerwünschten Nebenwirkungen wie Potenzverlust und psychologischen Problemen führen, da das Dihydrotestosteron auch eine neurologische Wirkung aufweist.

In einem direkten Vergleich wurde entweder rotes Maca oder Finasterid an Ratten verabreicht, die eine Prostatavergrößerung durch Dihydrotestosteron hatten. Maca war dabei genauso effizient wie Finasterid und verringerte das Prostatavolumen, ohne aber dabei negativ die Größe der Samenblase zu beeinflussen, wie es bei Finasterid der Fall war. Somit hatte Maca keine negative Auswirkung auf die sexuellen Organe (Gasco et al. 2007).

Fazit

Maca ist sicherlich kein Medikament und auch die Menge, sowohl wie die Qualität der vorliegenden Studien ist nicht überragend. Am besten untersucht ist die Wirkung als Potenzmittel. Vollmundige Werbeversprechen sind aber nicht angebracht.

Auf der anderen Seite ist es ein nebenwirkungsarmes, natürliches Mittel, das in wesentlich größeren Mengen von den Anden Bewohnern gegessen wird als es durch Maca Pulver oder Kapseln zustande kommt. Es kann daher durchaus Sinn machen es über mehrere Wochen zu probieren und zu schauen ob es Vorteile mit sich bringt.

Quellenverzeichnis:

Dording, C. M., L. Fisher, G. Papakostas, A. Farabaugh, S. Sonawalla, M. Fava, and D. Mischoulon. 2008. ‚A double-blind, randomized, pilot dose-finding study of maca root (L. meyenii) for the management of SSRI-induced sexual dysfunction‘, CNS Neurosci Ther, 14: 182-91.

Dording, C. M., P. J. Schettler, E. D. Dalton, S. R. Parkin, R. S. Walker, K. B. Fehling, M. Fava, and D. Mischoulon. 2015. ‚A double-blind placebo-controlled trial of maca root as treatment for antidepressant-induced sexual dysfunction in women‘, Evid Based Complement Alternat Med, 2015: 949036.

Gasco, M., L. Villegas, S. Yucra, J. Rubio, and G. F. Gonzales. 2007. ‚Dose-response effect of Red Maca (Lepidium meyenii) on benign prostatic hyperplasia induced by testosterone enanthate‘, Phytomedicine, 14: 460-4.

Gonzales, G. F., A. Cordova, C. Gonzales, A. Chung, K. Vega, and A. Villena. 2001. ‚Lepidium meyenii (Maca) improved semen parameters in adult men‘, Asian J Androl, 3: 301-3.

Gonzales, G. F., A. Cordova, K. Vega, A. Chung, A. Villena, C. Gonez, and S. Castillo. 2002. ‚Effect of Lepidium meyenii (MACA) on sexual desire and its absent relationship with serum testosterone levels in adult healthy men‘, Andrologia, 34: 367-72.

Lee, M. S., H. W. Lee, S. You, and K. T. Ha. 2016. ‚The use of maca (Lepidium meyenii) to improve semen quality: A systematic review‘, Maturitas, 92: 64-9.

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