Melisse

Melisse wird auch als „Melissa“ bezeichnet und besteht aus insgesamt vier verschiedenen Arten. Dabei leitet sich das Wort „Melissa“ aus der griechischen Sprache ab, denn dort heißt es „Melitta“, die Honigbiene. Die Bienen bevorzugen die Melissen als reiche Beute für ihren Nektar.

Melisse ist schon seit langem für ihre heilende und lindernde Wirkung bekannt. Zerreibt man die Melisse, steigt ein leicht zitronig süßlicher Duft auf. Wegen des Geruchs ist sie im Volksmund auch als Zitronenmelisse bekannt. Vor allem bei der Behandlung und Beruhigung des Nervensystems kommt Melisse zum Einsatz.

Allgemeines

Melissenkraut und Blüten
Der Geist der Melisse

Gattung

Lippenblütler (Lamiaceae)

Weitere Namen

Darmgichtkraut, Zitronenmelisse, Bienensaug, Bienenkraut, Bienenfang, Hasenohr, Herzkraut, Nervenkraut, Spanischer Salbei, Zitronella

Merkmale

Ursprünglich kommt die Melisse aus dem Mittelmeergebiet und wächst dort nahezu wild. Sie wird jedoch auch heutzutage in vielen Gärten in unseren Breiten als kultivierte Pflanze angebaut. Dabei sehnt sich die Pflanze nach sonnigen Plätzen, denn nur so kann sie mit voller Kraft wachsen. Bevor man die Melisse sieht, riecht man sie meist. Der feine zitronige Geruch strömt während der Wachstumsphase von März bis Juli in die Luft. Dabei wird die Pflanze bis zu 70 cm hoch und treibt kleine weiße Blüten aus. Die Blätter der Melisse erinnern stark an die der Brennnessel. Sie sind eiförmig, leicht gezackt und haben zudem feine Härchen auf der Oberfläche.

Vorkommen

Wie bereits genannt, ist die Melisse in ihrer ursprünglichen Art im Mittelmeerraum beheimatet. Sie liebt vor allem das direkte Sonnenlicht und mäßig feuchte Böden. Heute ist Melisse jedoch nicht mehr nur im milden Klima des Mittelmeers anzutreffen, sondern erfreut sich auch in den Gärten anderer europäischer Regionen größter Beliebtheit. Besonders der Duft, welcher als äußerst frisch und aromatisch empfunden wird, weckt wahre Begeisterung für die Melisse.

Geschichte

Schon in der Antike war die Wirkung der Melisse als nervenberuhigendes Heilkraut bekannt. Auch die Araber würdigten diese wohltuenden Wirkung und brachten sie im 10. Jahrhundert nach Spanien. Von dort aus trat die Melisse ihre Reise in die Klostergärten Europas an und half so Krankheiten wie Hysterie oder grauen Star zu lindern. Auch Hildegard von Bingen machte sich die heilende Wirkung der Pflanze zunutze und setzte sie bei Herzerkrankungen ein.

Praxis

Anwendungsgebiete

  • Angstzustände
  • Augenringe
  • Blähungen
  • Appetitlosigkeit
  • Fieber
  • Erkältung
  • Bronchitis
  • Geschwüre
  • Gicht
  • Herzbeschwerden
  • Magenleiden
  • Migräne
  • Rheuma
  • Reizbarkeit
  • Sodbrennen
  • Unruhe

Anwendung

Äußerliche Anwendung

Melissenkraut kann man auch in Form von Tee äußerlich als Umschlag oder Kompresse anwenden. Hierfür nehmen Sie bestenfalls ein Handtuch oder Baumwolltuch und tränken dies mit dem Melissenextrakt. Anschließend legen Sie das Tuch auf die zu heilende Partie. Vor allem bei Blutergüssen, Beulen oder Schwellungen schafft die Melisse wohltuende Linderung, denn sie nimmt den Spannungsschmerz und wirkt entspannend. Bei Rheuma hilft auch der sogenannte „Melissengeist“ gut, welcher in der Apotheke zu erwerben ist. Melissenöl ist ein teures aber dennoch äußerst kostbares Gut, denn es wird oft in Cremes oder Salben verwandt. Diese helfen besonders gut bei Herpes. Melissenöl kann auch auf eine Duftlampe geträufelt werden. Durch die Wärme entfaltet das Öl seine Kraft und wirkt äußerst beruhigend auf Körper und Seele.

Innere Anwendung

Auch als Tee und somit zur inneren Anwendung eignet sich Melisse hervorragend. Dabei rundet der leicht zitronige Geschmack die Bekömmlichkeit ab. Vor allem abends kann der Tee Ruhe verschaffen. Genießen Sie morgens einen Melissentee, so kann er vitalisierend wirken. Der Tee ist schnell zubereitet: Gießen Sie die Melisse mit kochendem Wasser auf und lassen Sie dies dann 10 bis 15 Minuten ziehen. Gießen Sie dann den tee ab und genießen Sie den aromatischen Extrakt. Ist Ihnen der Tee zu herb, können Sie ihn mit ein wenig Honig noch verfeinern. Das heiße Getränk kann Ihnen auch bei Kopfschmerzen oder einem nervösen Magen Linderung schaffen. Auch bei einer Erkältung ist es hilfreich, denn durch die ätherischen Öle der Melisse werden die Atemwege befreit.

Inhaltsstoffe

  • Gerbstoff
  • Bitterstoffe
  • ätherische Öle
  • Gerbsäure
  • Harz
  • Thymol
  • Glykosid

Wirkung

Sie wirkt beruhigend für die Nerven und trägt zudem zur Entspannung bei. Auch Schmerzen im Kopf, zum Beispiel bei Migräne, können so gelindert werden. Durch die Frische, die ätherischen Öle, werden zudem Atemwege von Schleim befreit.

Sicherheitshinweise

  • Schwangere sollte Melisse nicht übermäßig anwenden, da die Bitterstoffe den Kreislauf belasten können.

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