Die 5 wichtigsten Rohstoffe für Naturkosmetik zum selbst herstellen

Tag für Tag sind die Organe, Haare und die Haut zahlreichen Umweltbelastungen ausgesetzt. Stress, Keime, Kälte, Hitze und schlechte Luft wirken sich negativ auf das Wohlbefinden und das äußere Erscheinungsbild aus. Die Werbung preist für jede Situation eine Lösung an.

Regale in Drogerien sind mit Spezialprodukten für jeden Haut- und Haartyp sowie für die verschiedenen Jahreszeiten reichlich gefüllt. Beim Studium der auf der Verpackung angegebenen Inhaltsstoffe tauchen allerdings viele Fragen auf. Mehrheitlich sind in den Produkten hochkomplexe, chemisch erzeugte Wirkstoffe mit unaussprechlichen Bezeichnungen enthalten.

Pflegeprodukte auf Basis der BIO Naturkosmetik seriöser Hersteller ergänzen das Angebot. Naturkosmetik allerdings hat ihren Preis. Im folgenden Beitrag wird das Grundwissen vermittelt, Kosmetik mit natürlichen Zutaten in der eigenen Küche herzustellen.

Grundlagen zur Herstellung von Naturkosmetik

Naturkosmetik Rohstoffe
Eine Creme herzustellen ist einfacher als man denkt

Bei der Herstellung von persönlichen Pflegeprodukten entscheiden drei Kriterien über den Erfolg. Dabei handelt es sich um:

  • Sorgfältige Verarbeitung für lange Haltbarkeit
  • Qualität der Rohstoffe
  • Auswahl individuell geeigneter Wirkstoffe

Wirkstoffauswahl

Selbst gemachte Naturkosmetik ist wesentlich individueller als industriell produzierte Kosmetik. Rezepturen lassen sich kinderleicht an den eigenen Haar- und Hauttyp anpassen. Zuerst mag die Vielfalt möglicher Zutaten verwirren. Deshalb ist es für Anfänger ratsam, sich schrittweise heranzutasten.

Je mehr über die Rohstoffe gelesen und mit ihnen experimentiert wird, um so vertrauter werden die Substanzen und ihre Wirkungen.

Qualitative Rohstoffe auswählen

Naturbelassene Biorohstoffe sind zu bevorzugen. Zu empfehlen sind Produkte eines bekannten regionalen Herstellers. Eine der wichtigsten Rohstoffe für Cremes und Salben ist Bienenwachs. Dieses ist bei Imkern im Umkreis des Wohnorts zu bekommen.

Die Natur liefert die besten Rohstoffe.. Wild wachsende Pflanzen und Kräuter enthalten zahlreiche heilende und pflegende Wirkstoffe. Um Pflanzen und ihre Wirkstoffe kennenzulernen, ist die Teilnahme an einer Kräuterwanderung empfehlenswert. Ergänzende Informationen liefern auf Wildkräuter und Wildpflanzen spezialisierte Webseiten.

Haltbarkeit von Naturkosmetik sicherstellen

Selbst gemachte Kosmetik ist im Gegensatz zu Industrieprodukten frei von synthetisch hergestellten Konservierungsstoffen. Damit sich selbst hergestellte Kosmetikprodukte länger halten, ist eine saubere Arbeitsweise zwingend erforderlich. Mit zusätzlichen Tipps lässt sich die Haltbarkeit darüber hinaus verlängern.

Pflanzliche Ölextrakte

Verschiedene pflanzliche Ölauszüge sind zur Herstellung von Seifen, Salben und Cremes unentbehrlich. Bewährt hat sich die Verwendung von pflanzlichen Ölen, die zusätzlich mit den Wirkstoffen verschiedener Heilkräuter kombiniert werden. Mit selbst gemachten Ölextrakten lässt sich dies leicht bewerkstelligen.

Um Naturkosmetik gezielt eine Wirkung zu verleihen, eignen sich beispielsweise die belebenden Inhaltsstoffe von Johanniskraut oder die straffenden Eigenschaften von Efeu.

Eigenproduktion von Salben

Bei Salben handelt es sich um eines der ältesten bekanntesten Heilmittel überhaupt. Salben besitzen eine homogene, streichfähige, weiche bis halbfeste Konsistenz. Die Mischung lässt sich in die Haut einmassieren und auf Schleimhäute auftragen. Salben unterstützen die Haut bei der Wundheilung und Regeneration der oberen Schichten.

Salben lassen sich kinderleicht selbst herstellen. Für simple Rezepte wird nur etwas Bienenwachs und ein Öl gebraucht. Die Basis von Salben sind entweder mehrere Öle und/oder Fette. Pflanzliche Öle sind bei der Herstellung von Natursalben zu bevorzugen.

Der Vollständigkeit halber soll an dieser Stelle erwähnt werden, dass tierische Fette, beispielsweise Butter und Schmalz ebenfalls zur Herstellung von Salben in der eigenen Küche geeignet sind. Um die erste Salbe herzustellen, kann in der Küche vorrätiges Sonnenblumenkern- oder Olivenöl eingesetzt werden. Um die Wirkung zu verstärken, empfiehlt es sich, sich intensiver mit der Materie vertraut zu machen und die Öle bezüglich der Wirkung auf den eigenen Hauttyp abzustimmen.

Um flüssige Fette zu Salbe zu verarbeiten, ist zusätzlich ein Konsistenzgeber erforderlich. Dazu eignen sich streichfähige Fette, zum Beispiel Shea- und Kakaobutter. Diese behalten bei Zimmertemperatur ihre etwas festere Konsistenz, lassen sich leicht auftragen und verstreichen. Als Konsistenzgeber sind des Weiteren Wachse (Bienenwachs, etc.) geeignet.

Die meisten Wachs- und Ölsorten enthalten von Natur aus heilende Wirkstoffe. Durch die Zugabe von Auszügen aus Heilkräutern und Heilpflanzen wird die Salbe zusätzlich angereichert. Besonders einfach zu handhaben sind ätherische Öle. Um die Wirkung einer Salbe zu optimieren, genügt die Zugabe weniger Tropfen.

Ätherische Öle verleihen selbst hergestellten Salben einen angenehmen, unaufdringlichen Duft. Die Öle lassen sich bei Bedarf durch selbst gemachte Pflanzenöl-Extrakte oder Tinkturen auf pflanzlicher Basis ersetzen. Tinkturen lassen sich ebenfalls mit wenig Aufwand selbst herstellen.

Als weitere Zutaten für Salben eignen sich Salz, Milch und Honig. Honig kann gemeinsam mit dem Bienenwachs beim regionalen Imker gekauft werden.

Benötigte Utensilien

Zur Salbenherstellung werden folgende Hilfsmittel benötigt:

  • Präzisions-Waage
  • Thermometer
  • feuerfeste Gläser
  • Messbecher
  • Glasrührstäbe
  • Messlöffel

Basiscreme herstellen

Etwas anspruchsvoller gestaltet sich die Herstellung von Hautcremes. Zusätzlich zur Fettphase muss auch eine Wasserphase hinzugefügt werden. Diese gestattet es, wasserlösliche Wirkstoffe aufzutragen und spendet der Haut zusätzlich viel Feuchtigkeit. Leider bildet die Wasserphase einen guten Nährboden für Bakterien, deshalb muss zwingend auf eine absolut saubere Arbeitsweise geachtet werden.

Rohstoffe zur Herstellung von Hautcreme

Jede Creme ist eine Emulsion aus Wasser, Öl, Wirkstoffen und weiteren Zusätzen. Zusätzlich muss ein Emulgator hinzugefügt werden. Andernfalls verbinden sich Wasser und Fett nicht miteinander. Emulgatoren bestehen generell aus Molekülen mit zwei Enden. Die Enden besitzen die Fähigkeit, sich mit Fett- und Wassermolekülen zu verbinden.

Wichtige Zutaten für Creme

In den meisten Hautcremes sind zwei bis vier verschiedene Pflanzenöle enthalten. Gewählt werden darf zwischen hochwertigen Wirkstoffölen und preiswerten Basisölen.

Als Basisöle eignen sich Oliven-, Mandel-, Sesam-, Leinen- und Rapsöl. Auch das geruchsneutrale Jojobaöl ist sehr beliebt. Aus diesen Ölen lassen sich übrigens auch Auszüge mit Heilpflanzen und Kräutern herstellen. Diese können benutzt werden, um die Creme mit zusätzlichen, spezifischen Wirkstoffen anzureichern.

Wirkstofföle, beispielsweise Arganöl und Nachtkerzenöl, werden in deutlich geringerer Dosierung der Creme zugefügt. Zu den Ölen gehören auch die sogenannten Konsistenzgeber (Mango-, Kakao- und Sheabutter).

Reines Wasser ist ebenfalls eine Grundzutat. Es sollte optimalerweise kalkarm und keimfrei sein. Geeignet sind Mineralwasser, destilliertes Wasser oder abgekochtes Leitungswasser. Auch der Wasserphase lassen sich heilende und/oder pflegende Wirkstoffe zugeben. Besonders einfach ist die Herstellung von Sud oder Tee oder das Zufügen von Hydrolaten, beispielsweise Rosenwasser.

Emulgatoren sorgen dafür, dass Fett und Wasser eine Verbindung eingehen. Gängige Emulgatoren sind Wollwachsalkohol, Fluidlecithin Super und Emulsan. In einigen Rezepten wird anstelle klassischer Emulgatoren Lanolin oder Wachs verwendet. Diese sind leicht beschaffbar und wirken ebenfalls emulgierend.

Weitere Rohstoffe für die Herstellung von Creme

Diesen Basiszutaten dürfen noch weitere Rohstoffe zugeggeben werden. Pflanzliche Konsistenzgeber können beispielsweise zusätzlich durch Carnauba-, Rosen- und Bienenwachs ergänzt werden.

Eine völlig andere Konsistenz lässt sich mit sogenannten Gelbindern erzielen. Dazu eignen sich unter anderem Johannisbrotkernmehl, Agar Agar und Xanthan.

Creme ist umso anfälliger für eine bakterielle Besiedlung, je höher der enthaltene Wasseranteil ist. Mit den folgenden Tricks lässt sich die Haltbarkeit von selbst gerührter Creme verlängern. Verbessern lässt sich die Haltbarkeit beispielsweise durch Zufügen natürlicher Konservationsmittel (Kaliumsorbat, Grapefruitkernextrakt, Vitamin E). Alkohol tötet Bakterien ab und verlängert dadurch ebenfalls die Haltbarkeit. Da Alkohol allerdings die Haut austrocknet, darf er nur sehr sparsam verwendet werden.

Abhängig vom Rezept kann es darüber hinaus notwendig sein, den pH-Wert einer Creme nachträglich einzustellen. Dieser lässt sich einfach mit Teststreifen ermitteln. Die meisten Cremes fallen etwas zu basisch aus, Abhilfe schaffen wenige Tropfen Zitronensaft.

Wer mag, kann zum Schluss seine selbst gemachte Creme mit ätherischen Ölen spezielle Eigenschaften und eine besondere Note verleihen. Erreichen lässt sich auf diese Weise beispielsweise eine pilzhemmende, antivirale oder antibakterielle Wirkung.

Werkzeuge, die zur Herstellung von Creme benötigt werden

Zur Herstellung der ersten Creme sind keine speziellen Werkzeuge erforderlich. Gebraucht werden:

  • leere Cremetiegel
  • Stabmixer oder Schneebesen
  • Glas- oder Holzrührstab
  • zwei leere Marmeladengläser
  • großer Topf
  • präzise Küchenwaage

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