Sauerampfer

Sauerampfer, oder auch Rumex acetosa  genannt, ist eine Pflanze die in Europa weit verbreitet ist. Als Kinder haben wir sie auf den Wiesen gefunden und die Blätter gekaut. Der Sauerampfer schmeckt, wie der Name schon sagt, sauer. Es gibt 4 Sorten, wobei der Wiesensauerampfer der bekannteste ist.

In Kräuterbüchern aus dem Mittelalter wird die vielseitige Anwendung beschrieben. Sogar in Apotheken werden Produkte aus dem Wilden Sauerampfer (Lapatium acutum) und großer Sauerampfer (Acetosa) angeboten. Wenn man die rohen Blätter verwendet entfaltet die Pflanze die beste Wirkung gegen viele Beschwerden.

Bei innerer Anwendung hat die Pflanze eine positive Wirkung auf den Verdauungstrakt. Man kann sie je nach Geschmack den unterschiedlichsten Speisen beifügen oder die Blätter gekocht zu einer schmackhaften Suppe verarbeiten. Ein Sud aus der Wurzel stillt Juckreiz auf der Haut oder verwendet als Gurgelwasser mildert der Sud Zahnschmerzen. Wenn man die Wurzel in Wein kocht und trinkt hilft es gegen Blasensteine und Menstruationsbeschwerden. Die frischen Blätter haben einen größeren Vitamin C Gehalt als Zitronen und sind daher gut zur Stärkung der Abwehrkräfte.

Allgemeines

Sauerampfer Blüten und Blätter
Sauerampfer gilt als neues Superfood

Gattung

Knöterichgewächs  (Polygonaceae)

Weitere Namen

Wilder Sauerampfer, Stoppkraut, Flohkraut, Essigblatt, Sauerknöterich, Sauerlump, Wiesensauerampfer, großer Sauerampfer

Merkmale

Die Pflanze hat ovale spitzzulaufende grüne Blätter und wird bis zu 90 cm hoch. Wenn sie blüht, bilden sich an mehreren Dochten winzige blassrote Blütenrispen. Sie verbreitet sich von selbst und ist winterfest. Man kann die Pflanze im Garten anpflanzen. Bei Aussaat im Frühjahr kann man sie nach einem Jahr ernten.

Vorkommen

Sauerampfer kommt vor allem in Europa vor. Bei entsprechendem Klima findet man ihn aber auch in Nordamerika, Chile und Asien. Er liebt feuchten, lockeren Boden und ist winterfest. Er wächst in Feuchtwiesen und Äckern. Die Bauern die die Wiesen als Viehfutter nutzen, sind nicht erfreut über die Pflanze in den Wiesen. Wenn Sauerampfer im  getrockneten Heu ist, meidet es das Vieh. Es ist nicht zu empfehlen den Sauerampfer von freien Äckern und Wiesen zu ernten. Durch Pestizide, Düngemittel und Insektizide ist die Pflanze manchmal hoch belastet und nicht zum Verzehr geeignet.

 

Geschichte

Schon die alten Griechen, Ägypter und Römer haben die Pflanze erwähnt, sie wussten von der vielseitigen Heilwirkung bei unterschiedlichen Beschwerden. Aber auch im Kloster war in der überlieferten Naturkräutermedizin von Sauerampfer die Rede. Im Mittelalter war die Kräutermedizin allgegenwertig. Es ist bekannt, dass in England zu dieser Zeit häufig Sauerampfer verwendet wurde. Die Seefahrer bekamen die Pflanze als Vitaminträger gegen die Skorbut mit auf die Reisen. In unserer Zeit ist die Kräutermedizin nicht besonders populär da die Pharmaindustrie ihre Produkte verkaufen will. Inzwischen gibt es aber wieder ein großes Interesse an der Naturheilkunde. In Armenien ist es Tradition, dass man aus dem getrockneten Sauerampfer Kränze flicht und diese nach Christi Himmelfahrt aufhängt.

Praxis

Anwendungsgebiete

  • Magenbeschwerden
  • Blähungen
  • Verdauungsprobleme
  • Diarrhö
  • Immunschwäche
  • Reizhusten
  • Halsschmerzen
  • Vitaminmangel
  • Periodenkrämpfe
  • Wechseljahrbeschwerden
  • Nierenschwäche
  • Zahnschmerzen
  • Juckreiz

Anwendung

Sud / Tinktur

Aus der Wurzel kann man einen Sud kochen. Der Sud wird zum gurgeln bei Halsschmerzen oder Zahnschmerzen genommen. Eine Tinktur aus der Wurzel hilft bei Juckreiz der Haut. Man kann die betroffene Stelle in dem Sud baden. Wenn man die Wurzel in Wein kocht und trinkt, hilft das gegen Blasenbeschwerden und  Unterleibskrämpfen. Einen Sud aus den Samen kann man bei Magenbeschwerden nehmen.

Speisen

Die frischen Blätter nimmt man vor allem zur Verfeinerung verschiedener Gerichte. Man kann einige Blätter einem Salat beimischen, in gehackter Form eignen sich die Blätter zur Verfeinerung von einem Kräuterquark. Auch Kräutersalz und Kräuterbutter erhalten einen frischen herben Geschmack. Unverzichtbar ist der Sauerampfer in der Frankfurter grünen Soße. Das Traditionsgericht enthält 7 Kräuter zu denen auch die Blätter von dem Sauerampfer gehören. Im Umfeld von Frankfurt gibt es Felder in denen die 7 Kräuter gezüchtet werden. Nicht zu vergessen ist eine Sauerampfer-Cremesuppe die man schnell gekocht hat und die köstlich schmeckt. Man kann gar nicht alle Speisen aufführen an die man das wohlschmeckende Kraut geben kann.

Wirkstoffe

  • Vitamin C und E
  • Flavonglykoside
  • Eisen
  • Oxalsäure
  • Gerbstoffe
  • Gerbsäure

Wirkung

Die Heilwirkung ist vielseitig. So wirkt er bei innerlicher Anwendung beruhigend, entspannend, belebend und entzündungshemmend. Auch kann wird es heute oftmals als sogenanntes Superfood zur Unterstützung der Fettverbrennung bei einer Diät angewendet, wie auch der umfangreiche Ratgeber von Bauch.de berichtet.

Es tut dabei dem Magen wohl und hilft bei Blähungen und Verdauungsproblemen. Durch die beruhigende Wirkung ist er sehr gut bei allen Halsschmerzen und Zahnschmerzen.  Äußerlich angewendet kann man eine Tinktur  benutzen die den Juckreiz der Haut stillt. Die beste Wirkung erzielt man beim Verzehr der frischen grünen Blätter.

Sicherheitshinweise

  • Für Kinder nur in kleinen Mengen verträglich

Wo kann ich Sauerampfer kaufen?

Im Frankfurter Raum kann man Sauerampfer auf den Märkten finden. Es gibt auch Gärtnereien die sich auf den Anbau von frischen Kräutern spezialisiert haben. Durch Gewächshäuser kann man die Kräuter auch im Winter kaufen. Bei entsprechenden Boden und Witterungsverhältnissen kann man ihn im Garten anbauen. Ernten kann man ihn dann von Frühjahr bis Herbst. Auf Äckern und Wiesen muss man aufpassen, damit die Pflanze nicht belastet ist.

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