Kräuter in der Schwangerschaft

Natürliche Ernährung ist besonders während einer Schwangerschaft sehr wichtig für Mutter und Fötus. Jedoch gehört etwas Erfahrung dazu, in der richtigen Menge zum richtigen Zeitpunkt Kräuter in diesem Zeitraum zu verwenden.

Als Grundsatz können Sie in vielen Fällen hierauf vertrauen: Verwenden Sie so wenig wie möglich von den erlaubten Kräutern und nur so viel wie nötig davon. Es gibt allerdings auch Ausnahmen, nämlich Kräuter, die Ihren Schwangerschaftsverlauf zum Risiko machen könnten. Auch hierüber erfahren Sie die wichtigsten Erklärungen für Ihre fürsorgliche Ernährungspraxis.

Erlaubte Kräuter in der Schwangerschaft

Heilkräuter wenn man schwanger ist
Do’s und dont’s in der Schwangerschaft

Wir stellen im folgenden verschiedene Heilkräuter vor, die positive Eigenschaften in der Schwangerschaft haben können. Im Anschluss daran gibt es ebenfalls eine Auflistung der Heilpflanzen, die Sie vermeiden sollten, um möglichen Risiken aus dem Weg zu gehen. Natürlich sollte man trotzdem den möglichen Einsatz der Heilkräuter immer mit dem Arzt besprechen. Nur er sollte entscheiden, ob und welche Behandlung bei welchen Beschwerden sinnvoll ist.

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Hilfreiche Heilkräuter und deren Wirkung

Anis ist ein gängiges Küchengewürz und auch als Teemischung beliebt. Gering dosiert ist er unbedenklich. Seine Kräuterwirkung entfaltet sich bei hoher Dosierung als Stimulanz der Gebärmutter. Während der Schwangerschaft ist diese Wirkung vor und während des Geburtsvorganges positiv.

Bockshornklee wird als Tee oder Gewürz verwendet, überwiegend in Speisen der arabischen Welt, aus Asien oder den USA. Schwangere sollten bis zum natürlichen Beginn der Wehen nur sparsam damit umgehen.

Eisenkraut wirkt bei Bronchitis und Verdauungsproblemen, allerdings auch stimulierend auf die Gebärmutter. Besser weichen Sie während der Schwangerschaft auf andere Heilmethoden aus. Zur Unterstützung der Wehentätigkeit ist es wiederum gut geeignet.

Fenchel  in normaler Menge ist während der Schwangerschaft als Tee oder Küchengewürz unbedenklich. Allerdings liegt im Fenchelöl eine intensive Dosierung vor, weshalb dies nicht für Schwangere geeignet ist.

Himbeerlaub dient als Heilkraut zur Entspannung der Muskulatur. Während der Schwangerschaft eignet es sich nicht zur Verwendung. Doch erleichtert es den Geburtsvorgang und hat leicht schmerzstillende Auswirkungen auf die Wehen.

Das Öl von Jasmin oder Kamille ist in kleinen Mengen unbedenklich, besser jedoch erst zur Schmerzlinderung während der Geburt im Einsatz. Beide Heilkräuter können ansonsten in normaler Menge auch während der Schwangerschaft genossen werden.

Lavendel ist wegen seiner beruhigenden Wirkung als Kraut oder Tee beliebt. Während Babys ihn gut vertragen, sollte er in der Schwangerschaft nur sparsam verzehrt werden.

Liebstöckel ist während der Schwangerschaft nur sparsam zum Verzehr geeignet, beschleunigt und erleichtert allerdings bei langwierigen Geburten den Geburtsvorgang.

Myrrhe wird hauptsächlich zur Pflege und Heilung der Mundschleimhäute eingesetzt. Schlucken Sie Spülungen mit den Extrakten der Myrrhe nicht hinunter und belassen Sie den Gebrauch dieses Krauts während der Schwangerschaft bei Ausnahmen. Höhere Dosierungen können Frühwehen auslösen.

Passionsblume löst Krämpfe, lindert Angstzustände und eignet sich in geringer Dosierung als Beruhigungskraut gegen Schlafstörungen. Nur eine sehr hohe Dosierung wirkt stimulierend auf die Gebärmutter und ist erst während des Geburtsvorgangs empfehlenswert.

Petersilie ist ein kräftiger Vitamin-C-Spender, jedoch über den Gebrauch als Küchenkraut hinaus in der Schwangerschaft ungünstig. Große Mengen wirken abführend und damit nachteilig auf die Versorgung des Fötus.

Das Öl der Pfefferminze kann während der Schwangerschaft fötale Störungen auslösen. Tee vom getrockneten Blatt der Pfefferminze ist bei normalem Genuss unbedenklich.

Rosmarin ist wegen seiner anregenden Wirkung eine gute Kreislaufunterstützung während der Schwangerschaft. Allerdings sollte er als Gewürz nur in geringer Dosierung, als Öl gar nicht verwendet werden.

Salbei dürfen Sie als Tee oder Gewürz während der Schwangerschaft bedenkenlos genießen. Allerdings sollten Sie während der anschließenden Stillzeit darauf verzichten, weil dieses Kraut die Milchbildung hemmt. Nach Penelope Ody, Mitglied des National Institute of Medical Herbalists in Großbritannien gilt Salbei in ihrem Buch “Kräuter für eine gesunde Schwangerschaft: Von der Empfängnis bis zur Gebut” in großen Mengen zu einer Stimulierung der Hormone und Gebärmutter. Somit ist Salbei nur stark eingeschränkt zu nutzen und man sollte hier besonders vorsichtig sein.

Schafgarbe als „Frauenkraut“ genießen Sie während der Schwangerschaft besser mit Vorsicht. Während der Geburt stimuliert es positiv die Gebärmutter.

Thymian mit seiner desinfizierenden Wirkung befreit auch die Atemwege. Seine Bedenklichkeit in der Schwangerschaft ist umstritten, küchenübliche Mengen zum Würzen sind jedoch stets erlaubt.

Zimt unterstützt die Behandlung der Zuckerkrankheit Diabetes. In der Küche empfehlen Fachleute generell seinen besonders sparsamen Einsatz. Dies gilt ganz besonders für die Schwangerschaft. Natürlich dürfen Sie damit weiterhin in gewohnter Dosierung Ihre Speisen verfeinern.

Übersicht der erlaubten Heilkräuter

  • Anis
  • Bockshornklee
  • Eisenkraut
  • Fenchel
  • Himbeerlaub
  • Jasmin- / Kamillenöl
  • Lavendel
  • Liebstöckel
  • Myrrhe
  • Passionsblume
  • Petersilie
  • Pfefferminzöl
  • Rosmarin
  • Salbei
  • Schafgarbe
  • Thymian
  • Zimt

Tabukräuter während der Schwangerschaft

Die hier beschriebenen Heilpflanzen sollten Schwangere nach Möglichkeit vermeiden, da sie sich negativ auf die werdende Mutter und das Ungeborene auswirken können. Die Liste stellt natürlich nur einen Auszug an Pflanzen dar und sollte dementsprechend eher als grober Wegweiser verstanden werden. Für genauere Informationen gilt es stets, den Arzt zu befragen.

Zu vermeidende Heilkräuter und deren Wirkung

Aloe Vera als Hautheilkraut wirkt stark abführend. Bei äußerlicher Verwendung dürfen Sie den Blattsaft auch während der Schwangerschaft verwenden.

Das Öl des Basilikum ist erst während der Wehentätigkeit erlaubt. Vorher stört die hohe Dosierung im Öl den Verlauf der Schwangerschaft bis hin zu Frühwehen.

Beifuß stärkt und schützt zwar das Immunsystem, kann aber während Ihrer Schwangerschaft Geburtsschäden hervorrufen. Selbst als Küchengewürz ist er deshalb während der entscheidenden Entwicklungsmonate tabu.

Berberitze ist vor allem wegen des hohen Anteils an Berberin schädlich während der Schwangerschaft. Frühwehen sind die größte Gefahr beim Genuss dieses Krauts.

Blutwurz gehört wegen ihrer wehenstimulierenden Inhalte nicht in Ihr Kräuterfach während der Schwangerschaft. Schon kleine Mengen lösen einen Brechreiz aus.

Chinarinde wird als traditionelles Heilkraut gegen Malaria verwendet, ist aber eigentlich giftig. Eine Überdosierung kann auch außerhalb einer Schwangerschaft ein Koma auslösen oder Sie erblinden lassen. Verzichten Sie deshalb unbedingt auch auf kleine Mengen davon.

Frauenmantel ist, wie sein Name schon sagt, ein traditionelles „Frauenkraut“. In der Schwangerschaft sollten Sie ihn nur während der Geburt genießen, da er ansonsten die Gebärmutter zu stark stimuliert.

Die rheumatisch positiven Wirkungen machen die Küchenschelle in homöopathischer Dosis zur wertvollen Heilpflanze. Jedoch gilt die Pflanze mit allen Bestandteilen als giftig und darf während Ihrer Schwangerschaft keinesfalls verwendet werden.

In der Behandlung von Bluthochdruck und Krebsleiden wird die Mistel fachkundig eingesetzt. Doch die hochwirksamen Bestandteile wandern in die Plazenta, was zu schweren Entwicklungsstörungen Ihres Fötus während der Schwangerschaft führt.

Der Rainfarn ist als traditionelle Heilpflanze nahezu aus der Mode gekommen. Das könnte dadurch bedingt sein, dass einige seiner Arten giftig sind. In jedem Fall kann der Genuss auch kleiner Mengen während Ihrer Schwangerschaft Geburtsschäden bedingen.

Schöllkraut behandelt Leiden der inneren Organe, wirkt beruhigend und krampflösend. Während der Schwangerschaft sollten Sie es jedoch meiden, da es für seine wehenauslösende Nebenwirkung auch in frühen Schwangerschaftsmonaten bekannt ist.

Verbotene Kräuter für Schwangere

  • Aloe Vera
  • Basilikumöl
  • Beifuß
  • Berberitze
  • Blutwurz
  • Chinarinde
  • Frauenmantel
  • Küchenschelle
  • Mistel
  • Rainfarn
  • Schöllkraut

Fazit 

Falls Sie Ihren Schwangerschaftsverlauf unproblematisch meistern möchten, ist eine schwangerschaftsfreundliche Ernährung die beste Medizin dafür. Kräuter bedeuten keinen Vorteil in dieser Zeit. Ein Verzicht schadet weder Ihnen noch Ihrem Baby. Die Anwendung bestimmter Kräuter kann im Bedarfsfall allerdings vieles für Sie bewirken. Doch dosieren Sie solche erlaubten Ausnahmen immer unter ärztlicher Aufsicht, und gehen Sie sparsam mit diesen natürlichen Helfern um.

Über Brigitte

Brigitte
Brigitte Hofstedt (39) ist unsere Heilpflanzenexpertin. Als freischaffende Autorin und Onlineredakteurin verfasst sie einen großen Teil unserer Beiträge. Ihre Liebe zu Naturheilverfahren entdeckte sie während ihrer Studienzeit. Dank ihrer langjährigen Erfahrung mit Heilpflanzen ist sie unsere Anlaufstelle zu allen Fragen rund um Kräuter und Hausmittel.

2 Kommentare

  1. hallo, gibt es zu teebaumöl oder neemöl irgendwelche informationen?

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