Phyto-Inhalation: Kräuter & Heilpflanzen für den Vaporizer

Die klassische Inhalation mit Wasserdampf kennt jeder. Doch es gibt eine weitere interessante und vielmals unbeachtete Möglichkeit, die Wirkstoffe der Heilpflanzen zu inhalieren. Die Rede ist vom sogenannten Vaporisieren mittels eines Vaporizers. Bei dem Gerät handelt es sich um einen Verdampfer. Solche Verdampfer werden nicht nur im medizinischen Bereich eingesetzt, sondern mittlerweile auch für den Privatgebrauch, beispielsweise in Form von E-Zigaretten. Wir möchten diese Methode hier einmal vorstellen und über die Vor- und Nachteile der Phyto-Inhalation sprechen.

Technik des Vaporizers

Die Wirkungsweise von einem Vaporizer ist denkbar einfach. Der Wirkstoff, der verdampfen soll, wird in den Vaporizer eingebracht. Danach wird der Wirkstoff von einer Heizspindel erhitzt. Durch die Erhitzung verdampfen die Inhaltsstoffe, die man inhalieren kann.

Ganz wichtig bezüglich der Wirkungsweise von einem Vaporizer: Es kommt zu keiner Zeit zu einer Verbrennung. Es wird lediglich der gewünschte Stoff erhitzt, bis dieser verdampft.

Verdampfen durch heiße Luft

Neben der Verdampfung durch Erwärmung, gibt es noch weitere Verfahren. Ein solches Verfahren ist die Verdampfung mittels Luft. Diese Luft ist nicht erwärmt, sondern sorgt aufgrund ihrer Konzentration für eine Verdampfung und letztlich für eine Inhalation.

Ein weiteres Verfahren ist die Verdampfung mittels einer Flüssigkeit, in der Regel handelt es sich hierbei um Wasser. Hierbei erfolgt die Verdampfung durch die erwärmte Flüssigkeit, die den Wirkstoff erhitzt und letztlich die Freisetzung der Inhaltsstoffe erlaubt.

Temperaturen für die Verdampfung

Je nach Verfahren und Wirkstoff, der bei der Verdampfung eingesetzt werden soll, ist der Grad der Temperatur ausschlaggebend für den Erfolg. Um die Wirkstoffe nicht zu zerstören, sollte man sich genau über den Hitzegrad der jeweiligen Substanz im Klaren sein. Gerade Vaporizer im medizinischen Bereich verfügen daher über die Möglichkeit, die Temperatur zu regeln. Damit ist stets gewährleistet, dass die Verdampfung ordnungsgemäß erfolgt.

Beispiel: Die Wirkstoffe von Lavendel werden schon bei einer Temperatur von 130 Grad freigesetzt, bei Salbei ist mit 190 Grad schon wieder eine deutlich höhere Temperatur für die Verdampfung notwendig.

Weitere Wirkstoffe und deren Temperaturen:

  • Pfefferminze 130 Grad
  • Johanniskraut 180 Grad
  • Thymian 190 Grad
  • Passionsblume 150 Grad
  • Zitronenmelisse 142 Grad

Die unterschiedlichen Temperaturen ergeben sich im Wesentlichen daraus, dass es sich je nach Wirkstoff entweder um Blätter oder um Kräuter handelt. Auch sind diese aufgrund ihrer Struktur unterschiedlich stark, was hinsichtlich der notwendigen Temperatur für die Verdampfung Auswirkungen hat.

Ist der Vaporizer falsch eingestellt und wird daher die notwendige Temperatur (bei der Pfefferminze beispielsweise 130 Grad) nicht erreicht, ist eine Verdampfung der Wirkstoffe nicht möglich. Ist die Temperatur zu hoch gewählt, so verkokelt der Trägerstoff und die Wirkstoffe werden umgewandelt und können schädlich werden.

Einsatz in der Medizin

Phyto-Inhalation mit einem Vaporizer
Ein Gerät zur medizinischen Phyto-Inhalation

Wie eingangs erwähnt, kommen Vaporizer auch in der Medizin zum Einsatz. Hier vor allem, wenn Menschen zum Beispiel aufgrund einer Erkrankung an der Lunge inhalieren sollen. Hierbei werden die Wirkstoffe aber nicht mit Hilfe von Wärme verdampft, sondern mit Wasser. Ein weiteres Einsatzgebiet von der Phyto-Inhalation in der Medizin ist bei Operationen.

Sie wird unter anderem in Verbindung mit Narkosegeräten bei einer Narkose verwendet. Die Wirkstoffe, die durch einen Anästhesisten im medizinischen Bereich zum Einsatz kommen, sind in der Regel verschreibungspflichtig und somit nicht frei verfügbar.

Ein beliebter Einsatzzweck ist ebenfalls der Konsum von Cannabis, sei es zu medizinischen Zwecken oder als Rauschmittel, da der Wirkstoff THC (Tetrahydrocannabinol) in dieser Konsumform auch ohne das Rauchen inhaliert werden kann. Hierfür werden Vaporizer mit Heißluftsystemen bevorzugt. Hier kommt kein Liquid zum Einsatz und auch kein Öl. Hanföl hat andere Einsatzgebiete und erzeugt keinen Rauschzustand.

E-Zigaretten und Liquids

E-Zigarette als Alternative zum Rauchen
E-Zigarette gibt es auch mit Kräuterliquids

E-Zigaretten erfreuen sich weltweit mehr und mehr einer großen Beliebtheit. In Deutschland gibt es bereits geschätzte 2 Millionen Konsumenten mit deutlich steigender Tendenz. Und dies hat auch seinen Grund. Ist die E-Zigarette technisch doch die erste ernstzunehmende Alternative der Nikotinzufuhr zum Rauchen.

Bei der E-Zigarette kommt das Verfahren zum Einsatz, bei dem der Wirkstoff, in diesem Fall als „Liquid“ bezeichnet, erwärmt wird und dann verdampft. Für die Verdampfung ist natürlich eine Energiequelle notwendig, die hier in der Regel über eine Batterie bzw. über einen Akku abgegeben wird.

Der Verdampfer funktioniert ähnlich wie ein Miniaturtauchsieder und besteht aus einem mehrfach gewickelten Draht. Bei den Liquids hat man als E-Zigaretten-Raucher eine große Auswahl zur Verfügung. Weit über 2000 Aromen gibt es bereits. Darunter natürlich auch viele Kräuteraromen. Eine sehr große Auswahl findet man beispielsweise im Liquidshop von InTaste.

Einige erhältliche Kräuterliquids:

  • Kamille
  • Melisse
  • Koriander
  • Waldmeister
  • Eukalyptus
  • Pfefferminz
  • Tabak
  • Kardamom
  • Thymian

Zusammensetzung der Liquids

Die Intensität und die Stärke der Wirkstoffe sind je nach Aroma unterschiedlich. Auch besteht die Möglichkeit, die Liquids selbst zu mischen. Hierfür benötigt man die Trägersubstanz (eine Mischung aus Propylenglykol und Glycerin), pures Nikotin und Lebensmittelaromen. So können der Stärkegrad und die Dampfentwicklung selbst bestimmt und die Geschmacksstoffe nach Belieben kombiniert werden.

Neben den unterschiedlichen Aromen unterscheiden sich die Liquids auch hinsichtlich des Nikotin-Bestandteils. So gibt es Liquids in unterschiedlichen Stärkegraden ebenso wie komplett ohne Nikotin.

Alternative zum Rauchen

Der Vorteil von E-Zigaretten ist im Wesentlichen, dass man alle sensorische Eigenschaften einer Zigarette erhält, ohne dass eine Verbrennung stattfindet. So fallen viele der Nebenprodukte, die aufgrund der Tabakverbrennung im Rauch enthalten sind, weg.

Für Raucher stellt dies natürlich einen gewissen gesundheitlichen Vorteil dar, dennoch bleibt der als kritisch anzusehende Konsum von Nikotin bestehen. Auch in Bezug auf die Umwelt hat die E-Zigarette deutliche Vorteile gegenüber der herkömmlichen Zigarette. Eine Belästigung anderer entsteht durch den fast geruchlosen Dampf kaum.

Wer sich etwas genauer über die E-Zigarette und die Inhaltsstoffe der Liquids informieren möchte, dem empfehlen wir die Newbiefiebel auf e-rauchen-forum.de.

Fazit

Der Vaporizer ist eine schonende Methode, Wirkstoffe von Pflanzen zu inhalieren. Hier hängt es natürlich stets von den Inhaltsstoffen ab, die verdampft werden, welche Wirkung die Phyto-Inhalation hat. Im Vergleich zum Räuchern ist es jedoch eine weitaus ungefährlichere Methode, da keine Verbrennung stattfindet.

Über Brigitte

Brigitte
Brigitte Hofstedt (39) ist unsere Heilpflanzenexpertin. Als freischaffende Autorin und Onlineredakteurin verfasst sie einen großen Teil unserer Beiträge. Ihre Liebe zu Naturheilverfahren entdeckte sie während ihrer Studienzeit. Dank ihrer langjährigen Erfahrung mit Heilpflanzen ist sie unsere Anlaufstelle zu allen Fragen rund um Kräuter und Hausmittel.

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