Fenchel

Fenchel, oder auch “Foeniculum vulgare” genannt, ist eine Heilpflanze aber auch ein geschmackvolles Gemüse, welches man problemlos bei uns in den Supermärkten und Gemüseläden das ganze Jahr über kaufen kann.  Da man keine Nebenwirkungen kennt und vor allem bei Fencheltee eine ausgewogene Verdauung und Verhinderung von Blähungen nachgewiesen ist, kann auch Babys der Tee verabreicht werden.

Man kann die Samen und in manchen Fällen auch die Wurzeln verwenden. Als Gemüse nimmt man ausschließlich die Früchte und Knolle. Zum Einnehmen bei Beschwerden der Verdauung und auch der Atemwege hat der Fenchel eine beruhigende Wirkung. Zur Entspannung kann man Augenkompressen auflegen oder auch Einreibungen der Bauchregion vornehmen. Die Behandlung ist beruhigen und wohltuend.

Allgemeines

Fenchel Heilpflanze Anwendung
Fenchel und seine unterschätzte Wirkung auf die Verdauung

Gattung

Doldenblütler (Apiaceae)

Weitere Namen

Brotsamen, Frauenfenchel, Kinderfenchel, Magenknolle

Merkmale

Die glatten Stängel können eine Höhe bis zu 2 Meter erreichen. Die hellgrünen Blätter sind dünn und gefiedert. Die Blüte besteht aus hellgelben kleinen Dolden die gebündelt an dünnen Stängeln sitzen.

Vorkommen

Der Fenchel verträgt keinen Frost und kommt daher in gemäßigtem Klima im Mittelmeerraum vor. Man findet ihn aber auch in China, Mittelamerika und Neuseeland. In Gewächshäusern wird er auch bei uns gezüchtet. Er liebt ein feuchtes, warmes Klima.

Geschichte

Man kann davon ausgehen, dass schon die alten Griechen die angenehme Wirkung erkannt haben. Bis heute findet man in Griechenland den Ouzo Schnaps. Es ist ein Getränk, in dem Fenchelextrakt und Anis enthalten sind. Man sagt ihm nach, dass er die Manneskraft stärkt und die Potenz steigert. Auch in Klöstern hat man im Mittelalter die Fenchelknolle als Tee oder gemischt mit Alkohol verwendet. Gerade in dieser Zeit war es, wegen des reichhaltigem, üppigen Essens gut, etwas für die Verdauung zu tun.

Praxis

Anwendungsgebiete

  • Blähungen
  • Verkrampfungen
  • Magenbeschwerden
  • Stuhlverstopfung
  • Durchfall
  • Kolik
  • Darmkrämpfe
  • Menstruationsbeschwerden
  • Bronchitis
  • Husten
  • Keuchhusten
  • Muskelschmerzen
  • Depressionen
  • Beruhigung

Anwendung

Fencheltee

Für einen Tee nimmt man 1 Teelöffel gemörserter Samen die man mit 0,25 Liter kochendem Wasser überbrüht und 5 Minuten ziehen lässt. Eine Tasse am Morgen und nach dem Essen beruhigt den Magen und entspannt die Nerven. Am Abend verhilft er zu einem ruhigen Schlaf. Einen Wattebausch mit dem Tee anfeuchten und auf die Augen auflegen entspannt und beruhigt.

Fenchelkompresse

Man stellt einen Sud her, der genau wie der Tee gemacht wird, aber die dreifache Menge gemörserter Samen enthält. Ein weiches Tuch damit tränken und auf die Bauchregion oder Brust aufgelegt, entspannt und beruhigt.

Hustensaft

Das in der Pflanze enthaltene ätherische Öl wird mit Honig gemischt und hilft bei Bronchitis und Erkrankung der Atemwege. Man nimmt 3 Tropfen Öl und mischt diese mit 100 Gramm Honig.

Fenchelöl

Das Öl kann man nur in geringer Dosis (2-3 Tropfen) verwenden. In einer Mischung mit Basis Öl dient es als Einreibung. Gemischt mit Meersalz kann man es einem Entspannungsbad beifügen.

Wirkstoffe

  • ätherische Öle
  • Vitamin C
  • Fumarsäure
  • Flavonoide
  • Salicylate
  • Kaffesäure

Wirkung

Die Heilwirkung ist vielseitig. So wirkt er bei innerlicher Anwendung entblähend, verdauungsfördernd, beruhigend und krampflösend. Dies gilt für die Darm- und Bauchregion genauso wie für die Atemwege. Bei äußerlicher Anwendung wirkt er beruhigend und entspannend.

Sicherheitshinweise

  • Öl nicht pur verwenden

Wo finde ich Fenchel?

In Drogerien, Reformhäusern und Apotheken werden viele Naturheilmittel angeboten. Beim Kauf muss man auf die Mischung und die Dosierung achten, daher sollte man den Beipackzettel lesen. In Deutschland wächst Fenchel nur in Gewächshäusern. Das Gemüse und auch den Tee kann man in den Supermärkten finden. Das ätherische Öl findet man in Reformhäusern.

Über Brigitte

Brigitte
Brigitte Hofstedt (39) ist unsere Heilpflanzenexpertin. Als freischaffende Autorin und Onlineredakteurin verfasst sie einen großen Teil unserer Beiträge. Ihre Liebe zu Naturheilverfahren entdeckte sie während ihrer Studienzeit. Dank ihrer langjährigen Erfahrung mit Heilpflanzen ist sie unsere Anlaufstelle zu allen Fragen rund um Kräuter und Hausmittel.

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