Naturheilkräuter bei Maria Treben

Ihre Lehre ist umstritten, aber keinesfalls nur Quacksalberei: Maria Treben widmete ihr Leben der Familie und dem Studium der Pflanzenheilkunde (Phytotherapie). Ihre Erfahrungen über den Einsatz von Heilkräutern hat Maria Treben in ihrem millionenfach verkauften Werk „Gesundheit aus der Apotheke Gottes“ geschildert. Wir fassen die Lehre der 1907 im böhmischen Saaz geborenen und im österreichischen Grieskirchen 1991 verstorbenen Maria Treben zusammen, zeigen ihre brauchbaren Ansätze auf, stellen im folgenden Artikel aber auch die berechtigte Kritik an ihren Überlegungen dar.

Kindheit in der Natur prägte die Lebensgeschichte

Als Kind verbrachte Maria Treben ihre Schulferien bei der Familie eines Oberförsters. Schon in jungen Jahren konnte sie nahezu jede Pflanze und jedes Kräutergewächs in Flora und Fauna namentlich benennen. Diese Erfahrungen und Eindrücke aus der Beschäftigung mit der Natur haben sie derart geprägt, dass sie immer mehr wissen wollte und sich mit der Heilwirkung von Kräutern und Pflanzen intensiv beschäftigte. Einen großen Einfluss nahm auch ihre Mutter, die als begeisterte Kneipp-Anhängerin bemüht war, Maria ohne chemische Beeinflussung aufwachsen zu lassen.

Wissen um die Heilkraft der Kräuter

Maria Treben aus "Gesundheit aus der Apotheke Gottes"
Maria Treben – Expertin aus Leidenschaft

In ihrem Buch „Gesundheit aus der Apotheke Gottes“ (erhältlich hier bei Amazon) schildert Treben zwei weitere Erlebnisse, die einschneidenden Charakter haben: In beiden Fällen erfuhr sie, dass sich der Einsatz von Kräutern auch bei schweren Krankheiten wie Leukämie positiv auswirken kann. Diese Einschätzung wird von medizinischen Institutionen wie zum Beispiel dem Tumorzentrum der Universitätsklinik Freiburg bestritten, da die Wirksamkeit von Kräutern gegen Krebs unbewiesen sei. Allerdings folgert Treben: „Für mich stand seit dieser Zeit fest, dass Kräuter selbst bei bösartigen Krankheiten noch Hilfe bringen können.“

Bei Treben ist Wissen um die mögliche Heilkraft der Kräuter an eine höhere Macht gekoppelt. In ihrem Schaffen war sie bestrebt, die Menschen auf die Allmacht des Schöpfers, in dessen Hände unser Leben geborgen liege und der es bestimme, hinzuweisen. Ihr Glauben manifestiert sich im folgenden Satz: „Bei IHM suchen wir Hilfe und Trost, in schwerer Krankheit demütig und andächtig Kräuter aus SEINER Apotheke. An IHM liegt es, uns zu führen und zu beschenken und unser Leben zu lenken nach SEINEM Willen.“



Gesundheit aus der Apotheke Gottes: Ratschläge und Erfahrungen mit Heilkräutern

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Sammelstrategie von Heilkräutern nach Maria Treben

Heilkunde in der Apotheke Gottes von Maria Treben
Die Kräuter der Maria Treben

Für das Sammeln, Aufbewahren und Zubereiten der Heilkräuter hat Maria Treben eine eigene Strategie entwickelt. Blüten sollten zu Beginn der Blütezeit, Blätter vor und während der Blütezeit, Wurzeln im zeitigen Frühjahr oder im Herbst ausgegraben und die Früchte zur Zeit der Reife gesammelt werden. Neben diesen zeitlichen Empfehlungen gibt es weitere Hinweise, die zu beachten sind: So sollten nur gesunde und saubere Pflanzen gesammelt werden, das Auflesen der Kräuter solle am besten an sonnigen Tagen, wenn der Tau vergangen ist, erfolgen – bei allem Sammeln gilt die Maxime der Naturschonung, so dass Pflanzen nicht mit den Wurzeln herausgerissen werden.

Transport der Kräuter

Außerdem sollten die Blüten und Blätter beim Sammeln nicht gedrückt werden, ferner keine Plastiktaschen zur Aufbewahrung verwendet werden, da die Kräuter sonst zu schwitzen begännen und später beim Trocknen eine schwarze Farbe bekämen. Als praktikable Behältnisse haben sich der klassische Flechtkorb oder auch die Jutetasche erwiesen. Treben gibt ferner zu bedenken: „Kein Ort zum Sammeln sind chemisch gedüngte Felder, Wiesen, Ufer von schmutzigen, verseuchten Gewässern, Bahndämme und die Nähe von verkehrsreichen Straßen, Autobahnen und Industrieanlagen.“

Die richtige Trocknung des „Kräutersegens“

In der Lehre Trebens sollen die Kräuter vor dem Trocknen nicht gewaschen, aber kleingeschnitten werden. Grundsätzlich eignen sich für das Trocknen unbedrucktes Papier oder Tücher. Bei Wurzeln, Rinden oder sehr saftigen Pflanzenteilen kann die Trocknung mit künstlicher Wärme unterstützt werden, allerdings sollte dabei eine Temperatur von 35°C nicht überschritten werden. Da die Kräuter mit der Zeit ihre Heilkraft verlieren, empfiehlt Treben die Lagerung nur für einen Winter, denn: „Jedes Jahr schenkt uns neuen Kräutersegen.“

Anwendungsideen aus der „Apotheke Gottes“

In ihrem Buch „Gesundheit aus der Apotheke Gottes“ gibt Maria Treben Tipps für verschiedene Anwendungsformen der getrockneten Kräuter. Eine Tinktur kann durch einen Auszug in Verbindung mit bis zu 40prozentigem Korn oder Obstbranntwein gewonnen werden. Dabei wird ein verschließbares Gefäß mit Kräutern gefüllt und mit der alkoholhaltigen Flüssigkeit übergossen, im Anschluss bei rund 20 Grad für mindestens zwei Wochen gelagert, gelegentlich geschüttelt, ehe zum Abschluss der Rückstand ausgepresst wird.

Die erhaltene Essenz kann tropfenweise, beispielsweise verdünnt mit Tee getrunken oder äußerlich zu Umschlägen oder Einreibungen verwendet werden. Als besonders wirksam erweist sich laut Treben auch ein sogenannter Pflanzenbrei: Bei der Zubereitung werden die Stengel und Blätter auf einem Holzbrett mit dem Nudelholz zu einem Blätterbrei zerrieben, anschließend auf ein Tuch gestrichen, das dann auf der schmerzenden Körperstelle zur Linderung platziert werden kann. Große Popularität erlangte Maria Treben durch ihren Schwedenkräuter-Umschlag, bei dem es sich um eine Wiederentdeckung eines alten Rezepts des schwedischen Arztes Dr. Claus Samst handeln soll.

Schwedenkräuter-Umschlag

Beim Schwedenkräuter-Umschlag wird ein Stück Watte oder Zellstoff mit Schwedenbitter getränkt und auf die erkrankte Stelle gelegt, die zuvor mit Schweinefett oder Ringelblumensalbe eingestrichen worden sein sollte, um zu verhindern, dass der Alkohol der Haut das Fett entziehen kann. Bis zu vier Stunden, wahlweise auch über Nacht – je nach Verträglichkeit – kann der Umschlag bleiben. Es empfiehlt sich, nach dem Ende der Schwedenkräuter-Behandlung die Haut einzupudern, um mögliche allergische Reaktionen zu vermeiden. Positiv auf bestimmte Schmerzen im Bereich des Bewegungsapparates und das Wohlbefinden im Allgemeinen kann sich auch ein Kräuterbad auswirken.

Kräuterbad als Wohlfühlfaktor

Für ein Vollbad werden rund 200g getrocknete Kräuter benötigt, die über Nacht in einem Eimer kalten Wasser angesetzt werden. Die Menge wird am nächsten Tag erwärmt und zum Badewasser hinzugegeben. Wie Treben betont, soll sich das Herz während des Bades oberhalb der Wassermarke befinden. Im Anschluss soll im Badetuch- oder Bademantel in einer liegenden Position, ohne sich abgetrocknet zu haben, etwa eine Stunde geruht werden. Nachfolgend werden die Heilkräuter Bärlapp, Bärlauch, Beinwurz und Brennessel aus der „Apotheke Gottes“ nach Maria Treben erläutert und in ihrem Anwendungsbereich beschrieben.

Bärlappmehl wirkt bei wunden Hautstellen

Der Bärlapp (Lypodium clavatum) wird im Volksmund auch Drudenfuß, Gichtmoos, Harnkraut, Hexenkraut, Krampfkraut oder auch Schlangenmoos genannt. Er wächst an Waldrändern in einer Höhenlage ab 600 Metern. Die moosartige, immergrüne Pflanze entwickelt im Sommer gelbliche Kolben und daraus weichen Blütenstaub, der auch Bärlappmehl genannt wird. Dieses Mehl wirkt positiv bei wundgescheuerten Hautstellen. Da der Bärlapp unter strengem Naturschutz steht, sollte dieser nicht selbst gesammelt werden, sondern über Apotheken oder Kräuterhandlungen besorgt werden.

In der Lehre Trebens eignet sich Bärlapptee bei Gicht- und Rheumaerkrankungen sowie bei Verstopfung und Hämorrhoiden. Treben stellt heraus: „Der Bärlapp darf niemals gekocht, sondern nur mit kochendem Wasser überbrüht werden. Der Tee findet auch bei allen Erkrankungen der Harn- und Geschlechtsorgane, Hodenschmerzen und –verhärtungen, bei Nierengrießbildungen und Nierenkoliken Anwendung.“

Anwendungsarten Bärlapp

Tee: Einen gestrichenen Teelöffel Bärlapp mit ¼ Liter kochendem Wasser abbrühen, kurz ziehen lassen. Nur 1 Tasse täglich, und zwar morgens nüchtern, eine halbe Stunde vor dem Frühstück schluckweise trinken.

Bärlappkissen: Getrockneter Bärlapp wird in ein Kissen gefüllt, das über Nacht auf die Krampfstellen gelegt. Dieses Kissen behält bis zu einem Jahr seine Wirkung.

Bärlauch hilft gegen unreine Haut

Bärlauch (Allium ursinum), auch Wilder Knofel, Ränsel, Waldknoblauch, Hexenzwiebel, Zigeunerlauch oder Latschenknofel genannt, gehört zu den Frühlingsboten. Die frischgrüne Pflanze wächst auf humusreichen, feuchten Wiesen, schattigen und feuchten Auen, unter Gebüschen sowie in Laub- und Gebirgswäldern. Der knoblauchähnliche Geruch schließt Verwechslungen mit den Blättern der Maiglöckchen oder der giftigen Herbstzeitlosen aus. Die Blätter werden im April und Mai noch vor der Blüte gesammelt, die Zwiebeln im Spätsommer und Herbst. Bärlauch wirkt günstig auf das Magen- und Darmsystem und hilft bei akutem Durchfall. Laut Treben sollen auch Würmer nach einiger Zeit durch den Genuss von Bärlauch in den Griff zu bekommen sein. Zudem kennzeichnet sie Bärlauch als ein Blutreinigungsmittel, das sich auch bei chronisch unreiner Haut bewährt. Dabei zitiert Treben den Schweizer Naturarzt und Kräuterpfarrer Künzle: „[Bärlauch] reinigt den ganzen Leib, treibt kranke, verstockte Stoffe aus, macht gesundes Blut, vertreibt und tötet giftige Stoffe. Ewig kränkelnde Leute, solche mit Flechten und Aißen, Mehlgesichter, Skrofulöse und Rheumatische sollten den Bärlauch verehren wie Gold. Kein Kraut der Erde ist so wirksam zur Reinigung von Magen, Gedärmen und Blut.“

Anwendungsarten Bärlauch

Als Würze: Frische Bärlauchblätter werden wie Schnittlauch oder Petersilie kleingeschnitten und auf Brote, Suppen, Saucen, Salate und Fleischspeisen gestreut.

Bärlauchgeist: Kleingeschnittene Blätter oder Zwiebeln werden locker bis zum Hals in eine Flasche gefüllt, mit bis zu 40prozentigem Korn oder anderem Schnaps übergossen und bis zu zwei Wochen in die Sonne oder Herdnähe gestellt. Anschließend können täglich bis zu viermal je 10 bis 15 Tropfen, mit Wasser verdünnt, eingenommen werden.

Bärlauchwein: Eine Handvoll kleingeschnittener Blätter wird in einem ¼ Liter Weißwein aufgekocht und mit Honig oder Sirup nachgesüßt. Der Verzehr soll langsam erfolgen.

Beinwurz gegen Nackenschmerzen

Der Beinwurz (Symphytum officinale) wird im Volksmund auch Schwarzwurz, Kuchenkraut oder Wallwurz genannt und wächst auf nassen Wiesen, Feldrainen, in feuchten Gräben und entlang von Gewässern. Die Wurzeln können im Frühjahr oder im Herbst gegraben werden, das frische Kraut wird vor und während der Blütezeit gesammelt. Warme Breiumschläge können bei Krampfadergeschwüren, rheumatischen Muskelverdickungen, Gichtknoten, Geschwülsten, Nackenschmerzen oder auch bei Beinhautentzündungen helfen. Eine Beinwurztinktur bietet sich bei Verletzungen aller Art an, insbesondere bei Quetschungen oder Blutergüssen.

Anwendungsarten Beinwurz

Tee: Zwei Teelöffel kleingeschnittene Wurzeln werden in ¼ Liter Wasser über Nacht kalt angesetzt, morgens leicht angewärmt und abgeseiht.

Breiauflagen: Gut getrocknete Wurzeln werden fein gemahlen, in einer Tasse mit heißem Wasser und einigen Tropfen Speiseöl zu einem Brei verrührt, auf ein Tuch gestrichen und auf der kranken Stelle platziert und abgebunden.

Beinwurzsalbe: Bis zu sechs frische Beinwurzwurzeln werden geschnitten und in etwa 250g reinem Darmfett kurz ausgebraten, über Nacht stehengelassen, am nächsten Tag angewärmt, durch ein Tuch geseiht und ausgepresst. Die Abfüllung erfolgt in kleine Behältnisse und die Aufbewahrung im Kühlschrank.

Brennessel zur Linderung von Kopfschmerzen

Die Brennessel (Urtica dioica) gilt als blutreinigende und gleichzeitig blutbildende Heilpflanze. Durch Brennesseltee lässt sich der Blutzuckergehalt senken, zudem kann die Pflanze positive Wirkung auf die Bauchspeicheldrüse nehmen, außerdem Kopfschmerzen lindern. Auch zur Therapie von Schuppen oder ausfallendem Haar soll sich der Einsatz der Brennessel-Pflanze eignen. Zur Behandlung müder Füße und Beine ist die Brennessel prädestiniert.

Anwendungsarten Brennessel

Tee: 1 gehäufter Teelöffel auf ¼ Liter Wasser, nur brühen, kurz ziehen lassen

Brennesseltinktur: Die Wurzeln, im Frühjahr oder Herbst gegraben, werden mit einer Bürste gewaschen, klein geschnitten, in eine Flasche gefüllt und mit bis zu 40prozentigem Schnaps übergossen.

Fußbäder: Je eine gehäufte Doppelhand gut gewaschener, gebürsteter Wurzeln und frische Brennessel (Stengel und Blätter) werden über Nacht in bis zu fünf Liter Wasser angesetzt und bis zum Kochen erhitzt. So warm, wie es sich vertragen lässt, sollten nach Ansicht von Maria Treben die Füße darin bis zu 20 Minuten gebadet werden. Die Brennesseln bleiben während des Fußbades im Wasser.

Kopfwäsche: Vier bis fünf gehäufte Doppelhände frische oder getrocknete Brennesseln werden in einem Topf mit kaltem Wasser auf kleiner Flamme langsam bis zum Kochen erhitzt. Fünf Minuten sollte die Flüssigkeit ziehen. Werden Brennesselwurzeln verwendet, sollte eine gehäufte Doppelhand mit kaltem Wasser über Nacht angesetzt werden.

Ehrenpreis bei Juckreiz und Ekzemen

Ehrenpreis (Veronica officinalis) gehört nach neuesten molekularbiologischen Erkenntnissen zur Familie der Wegerichgewächse (Plantaginaceae), zuvor wurde er als eigene Familie innerhalb der Ehrenpreisgewächse aufgefasst. Der Volksmund nennt die Pflanze aufgrund ihrer besonderen Wirkung Allerweltsheil, aber auch Grundheil, Männertreu, Köhler- oder Schlangenkraut. Seine Blütezeit beginnt im Mai und endet im August.

Bereits die Germanen nutzten den Ehrenpreis für sich – und auch die Römer ließen sich bei ihrer Eroberung des germanischen Lebensraumes von der besonderen Wirkung der Pflanze überzeugen. Der Ehrenpreis wächst in Wäldern, auf abgeholzten Plätzen, bei Hecken, Zäunen, Gebüschen und Waldrändern. Maria Treben schreibt über das Gewächs: „Die uns aus Urväterzeiten überlieferte Heilpflanze ist ein beliebter Zusatz zu Blutreinigungstees und hilft gemeinsam mit frischen Brennesselspitzen chronische Ekzeme auszuheilen. […] Schwache und empfindliche Personen vertragen ihn als gutes Magenmittel von milder Wirkung, das auch die Verdauung anregt. Verschleimungen des Magens sowie Darmstörungen werden ebenfalls behoben.” Zudem soll Ehrenpreis bei Nervosität Abhilfe schaffen, der Schweizer Pfarrer, auf den sich Maria Treben auch in diesem Zusammenhang beruft, empfiehlt Menschen, die viel geistige Arbeit verrichten müssen, am Abend eine Tasse Ehrenpreistee vor dem Schlafengehen.

Anwendungsarten Ehrenpreis

Tee: 1 gehäufter Teelöffel auf ¼ l Wasser, nur brühen, kurz ziehen lassen

Frischsaft: Die frischen Blütenstände werden gewaschen und anschließend durch den Haushaltsentsafter gepresst.

Tinktur: Eine Doppelhand blühendes, kleingeschnittenes Kraut wird in 1 Liter Kornbranntwein angesetzt

Frauenmantel bei Menstruationsbeschwerden

Der Frauenmantel (Alchemilla vulgaris) ist in der Bevölkerung auch als Frauenhilf, Marienkraut, Muttergottesmantel, Weiberkittel oder Taublatt geläufig. Da die Unterseite der Blätter silbrig glänzt, wird er aber häufig auch Silbermantel genannt. Vorrangig wächst dieses Naturheilkraut an Wald- und Wegrändern insbesondere in höheren Lagen und Gebirgsgegenden. Gekennzeichnet ist die Pflanze durch halbkreisförmige Blätter und einen nicht allzu hohen Stengel mit gelbgrünen Blüten, die hauptsächlich von April bis Juni, teilweise aber auch noch danach zu sehen sind.

Nach Angaben von Maria Treben wirkt der Frauenmantel positiv bei Menstruationsstörungen, allgemeinen Unterleibsbeschwerden. Der Frauenmantel wird zudem als wassertreibendes und herzstärkendes Mittel verwendet, soll auch bei Wundfieber und eitrigen Wunden positive Entwicklungen zeigen.

Anwendungsarten Frauenmantel

Tee: 1 gehäufter Teelöffel auf ¼ l Wasser, nur brühen, kurz ziehen lassen

Kräuterauflage: Eine entsprechende Menge frischer Kräuter wird gewaschen, mit einem Nudelholz zerquetsch und aufgelegt.

Badezusatz: Für ein Vollbad sollten rund 200g getrocknete Kräuter verwendet werden und in einem Eimer mit kaltem Wasser über Nacht angesetzt werden. Am nächsten Tag wird dieses Gemisch erwärmt und dem Badewasser hinzugegeben.

Goldrute beeinflusst das Gefühlsleben

Die Goldrute (Solidago virga-aurea) gehört zur Familie der Korbblütler (Asteraceae) und hat auch als Goldraute oder St. Petrus-Stab Bekanntheit erlangt. Zu finden ist diese Heilpflanze an Walrändern, Wassergräben, Böschungen und auf abgeholzten Waldplätzen. Der mit goldgelben Blütensternen besetzte Stengel kann eine Höhe von bis zu 80cm erreichen, wodurch die Goldrute natürlich sehr auffallenden Charakter besitzt. Gesammelt werden die Blüten von Juli bis Oktober. In der Lehre von Maria Treben eignet sich die Goldrute insbesondere zur Therapie bei Darmerkrankungen und Darmblutungen. Da die Pflanze entwässert, ist sie auch bei Nieren- und Blasenleiden zu empfehlen.

Treben schreibt in der Apotheke Gottes: „Alle seelischen Empfindungen des Menschen werden auch über die Niere abreagiert. Deshalb ist nach einem seelischen Schock, sei es der plötzliche Tod eines lieben Angehörigen oder sonst ein Unglücksfall, stets die Niere am meisten in Mitleidenschaft gezogen. Goldrute bewährt sich als eine Heilpflanze, die das Gefühlsleben des Menschen bestens beeinflusst. Allein der Anblick der Goldrute in der Landschaft wirkt schon auf uns beruhigend. Wir sollten dankbar sein, eine so trostbringende Pflanze in unserer Nähe zu wissen.“

Anwendungsarten Goldrute

Tee: Ein gehäufter Teelöffel Goldrute auf ¼ Liter Wasser, abbrühen und kurz ziehen lassen.

Hirtentäschel bei Wunden und Muskelerkrankungen

Die im Bereich von Wegen, Wiesen, Brachland, Gräben, Böschungen, Feldern und Gemüsegärten fast überall vorkommende Pflanze Hirtentäschel ist im Volksmund auch unter dem Namen Blutkraut, Gänsekresse, Herzelkraut, Seckel- oder Täschelkraut bekannt. Der lateinische Fachbegriff lautet „capsella bursa-pastoris“. Ähnlich wie beim Löwenzahn bilden die unregelmäßig gezackten Blätter ein Rosette. Die winzigen, weißen Blüten formen eine Doldentraube.

Die Blütezeit dauert von März bis November. Wie Maria Treben schreibt, soll der Absud von Hirtentäschel bei blutenden Wunden, die sich nicht stillen lassen, eine verblüffende Wirkung erzielen. In der „Apotheke Gottes“ heißt es: „Bei blutenden Hamorrhoiden macht man kleine Darmeinläufe, Sitzbäder oder Waschungen mit lauwarmen Hirtentäschelabsud. Mütter, die während des Stillens geschwollene Brüste bekommen, sollten sich frisches Täschelkraut in einem Sieb aufdünsten und zwischen Tüchern warm auflegen. Täglich zwei Tassen von einer Teemischung aus Hirtentäschel und Zinnkraut zu gleichen Teilen sind bei Nierenblutungen bestens zu empfehlen.“ Ferner soll sich Hirtentäschel auch als Heilpflanze bei Muskelerkrankungen bewährt haben.

Anwendungsarten Hirtentäschel

Tee: 1 gehäufter Teelöffel auf ¼ Liter Wasser, brühen, kurz ziehen lassen

Dunstumschlag: Eine gehäufte Doppelhand voll Hirtentäschelkraut in ein Sieb legen und über Wasserdampf halten. Das gedünstete Kraut zwischen ein Tuch geben und auflegen.

Hirtentäscheltinktur: Frisches Täschelkraut, Blätter, Stengel samt Blüten und Täschel werden klein geschnitten und locker bis zum Hals einer Flasche gefüllt.

Kritik der Stiftung Warentest an Maria Treben

Die Stiftung Warentest hat in ihrer Publikation „Die andere Medizin. Nutzen und Risiken sanfter Heilmethoden“ erhebliche Zweifel an einigen Ansätzen in Maria Trebens Lehre vorgebracht und auf Fehler in ihren Büchern hingewiesen. So empfehle Treben Pflanzen zur Behandlung schwerer Krankheiten wie beispielsweise Krebs. Zudem verwechselt Treben in einigen Teilen ihrer Darstellungen wichtige Fachbegriffe, wie zum Beispiel den Zucker Inulin mit dem Hormon Insulin, wodurch ihre Empfehlung, Löwenzahn gegen Diabetes mellitus einzusetzen, falsch ist. Weiter heißt es bei der Stiftung Warentest: „Ihr Schöllkraut-Rezept gegen Leber- und Gallenleiden ist eine Anleitung zur Vergiftung. Der Ratschlag, Ohnmächtigen einen Esslöffel Schwedenbitter einzuflößen, ist lebensgefährlich.“

Bei den auf dieser Seite veröffentlichten Kräuterempfehlungen und ihren möglichen Anwendungsformen haben wir uns bewusst auf die vertretbaren Ansätze aus der Lehre der Maria Treben konzentriert.

Über Brigitte

Brigitte
Brigitte Hofstedt (39) ist unsere Heilpflanzenexpertin. Als freischaffende Autorin und Onlineredakteurin verfasst sie einen großen Teil unserer Beiträge. Ihre Liebe zu Naturheilverfahren entdeckte sie während ihrer Studienzeit. Dank ihrer langjährigen Erfahrung mit Heilpflanzen ist sie unsere Anlaufstelle zu allen Fragen rund um Kräuter und Hausmittel.

8 Kommentare

  1. Avatar

    Ich suche ein Hausmittel gegen Krätze. Ich arbeite als Sozialarbeiterin in einem Obdachlosemheim. Irgendwann begann dieser juckende Ausschlag wo mir kein Hausarzt helfen konnte. Habe dann Salbe gegen Krätze verschrieben bekommen und eine Überweisung zum Hautarzt. Termin beim Hautarzt habe ich erst in einem halben Jahr und die Salbe hilft nur bedingt. Teebaumöl habe ich auch schon versucht. Ich bitte um Hilfe nun auf Ihrer Seite.
    Ich danke im voraus.

    Mit freundlichen Grüßen

    Gabriele Noack

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      Hallo Gabriel, du kannst dir helfen, indem du deinen ersten Morgenurin in einem Glas mit Deckel auffängst und ihn so oft es geht, auf die betroffenen Stellen reibst. Keine Angst, der Geruch verfliegt. Solltest du dich trotzdem unwohl fühlen, dann creme dir danach die Stellen mit Ringelblumen Creme aus der Apotheke ein. Wahrscheinlich wirst du den Arztbesuch in einem halben Jahr nicht mehr brauchen. Lg

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      Hallo Gabriele. Hast Du Linderung erfahren unterdessen? Ansonsten kann ich wärmstens empfehlen: von Dr. Rimpler aus der Linie SENSITIVE die Cream Nanosensitive forte. Online oder im Fachkosmetik-Institut. Viel Erfolg! LG Simone

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      Ist ein wenig spät, denke oder hoffe, die Krätze weg gekriegt. Mein Tipp nun aber dennoch; Borax-Glycerin 10 oder 20%. Glycerin gibt es in Apotheken. Borax ev. auch noch, oder bei Töpfreien, Keramikmanufakturen(Flussmittel). Boraxpulver mit Glycerin mischen, bis es ganz gelöst ist. 10 oder 20% Borax und 80 oder 90% Glycerin. Sich damit von Kopf bis Fuss überall eincremen. Dann gehen die Krätzmilben, aber auch Läuse und sonstiges Gezifer. Ebenfalls hält es Bettwanzen fern, wenn man im Urlaub ein verseuchtes Bett haben sollte. Ansonsten hilft noch Petroleum. Habe damit aber keine Erfahrung. Es wurde früher bei Kopfläusen verwendet angeblich mit Erfolg. Gruss M

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      2 mal innerhalb von 2 Tagen mit Lavendelöl die betroffen Hautstellen einreiben. Lavendelöl totet die Milben ab. Innerlich hilft Sulfur C30, um den Säureschutzmantel der Haut zu erhöhen.

  2. Avatar

    Hi liebes Naturheilkraueter Team kennt ihr etwas gegen ständige Müdigkeit ?
    Eine Heilpraktikerin meinte dass meine Leber voller gifte durch Medikamente wäre . Kennt ihr etwas wirkungsvolles gegen diese Müdigkeit ?

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      Hallo,reibe deinen ganzen Körper mit Magnesiumöl ein.Ist wirklich sehr empfehlenswert.

    • Avatar

      @ Mohamed
      Leberentgiftung: 1-3 Knoblauchzehen klein Schneiden, 1 Zitrone klein schneiden, Alles in ein verschliessbares Glas geben. Dazu 3 Esslöffel Honig. Alles Mischen und mind. 24 Stunden stehen lassen, Glas verschlossen. Dann jeden Tag 3 x 1 Teelöffel davon zwischen den Mahlzeiten. Das entgiftet die Leber.
      Man kann auch Knoblauch, Kurkuma und Pfeffer, Ingwer und Honig Kur machen, Oder Zwiebeln, Knoblauch und Honig. Für die Leber ist das mit Zitrone am Besten und das mit Kurkuma. Gruss M.

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